15.08.11

Schwingerkönig Käser: «Ich trauer dem Geld nicht nach»

Der Alchenstorfer Adrian Käser (40), Schwingerkönig von 1989 (Stans) kennt man auch als SF Co-Kommentator und Blick-Experte. Lesen Sie, was er über den Boom im Schwingsport denkt, ob er zu einer falschen Zeit Schwingerkönig wurde, und seinen talentierten Sohn & Jungschwinger Remo.

ADRIAN KÄSER IM INTERVIEW MIT ROGER M. FUCHS (fox)

Was sagst du zum Boom im Schwingsport – wie siehst Du die aktuelle Entwicklung?
Es ist erfreulich, dass sich so viele Menschen für den Schwingsport interessieren. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als man wegen dem Schwingen noch belächelt wurde. Vorallem ist auch die Hemmschwelle bei den Jugendlichen gesunken. Sie kommen nun auch eher in die Schwinghalle, was natürlich sehr wichtig ist.

Du wurdest in einer Zeit Schwingerkönig, in der das Medien- und Wirtschaftsinteresse noch nicht in diesem Umfang wie heutzutage war. Hast Du damals finanziell profitiert?
Nein, bei uns war noch sämtliche Werbung verboten. Ich konnte einzig  von einem Ausrüster Waren für ca. CHF 1‘000 zum Katalogpreis beziehen. Natürlich bekam ich auch diverse Einladungen zu Anlässen, welche immer sehr interessant waren.  Die einzigen Einnahmen waren die gewonnen Lebendpreise, welche ich dann jeweils auf dem Platz verkaufen konnte.

Heutzutage verdient der aktuelle Schwingerkönig rund CHF 450‘000 (Quelle: Blick). Schmerzt es, dass Du nicht von diesen Dimensionen profitieren konntest?
Ich traure dem Geld nicht nach. Gesundheit und eine tolle Familie ist mein grösstes Gut. Da man im Schwingen zu meiner Zeit noch kein Geld verdienen konnte, war für mich immer klar, dass ich mich auch beruflich weiterbilde. Jetzt arbeite ich als Einkäufer für die Firma Kunz Kunath in Burgdorf, dem grössten privaten Mischfutterproduzenten der Schweiz.

Wie bist Du aktuell mit dem Schwingsport noch verbunden?
Einerseits bin ich als Experte für den Blick an rund 12 Schwingfesten unterwegs, andererseits als Co-Kommentator des Schweizer Fernsehen. Zudem präsidiere ich den Schwingklub Kirchberg BE und bin Technischer Leiter Jungschwingen des Oberaarg. Schwingerverbandes. Schwingen ist mein zeitintensives Hobby. Das Pensum darf ich gar nicht rechnen. (lacht)

Dein Sohn Remo ist selber ein erfolgreicher Jungschwinger. Wie unterstützt Du ihn?
Wie jeder Vater stehe ich ihm natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Ich versuche ihm Wege aufzuzeigen, wie er seine Ziele erreichen könnte. Aber er ist relativ selbständig und sehr zielorientiert.

Dürfen wir mit einem zweiten Schwingerkönig Käser aus Alchenstorf rechnen?
Diese Aussage möchte ich so nicht unterstützen. Schwingerkönig möchten viele werden, aber es werden schlussendlich nur wenige. Hauptsache er hat Freude an dem was er macht. Alles andere ist Zugabe.

Noch kurz ein Ausblick auf das Unspunnen. Wen zählst Du zu den Favoriten?
Aufgrund des Saisonverlaufs sind Sempach und Forrer meine grössten Favoriten. Phillip Laimbacher hätte ich auch noch dazugezählt, aber aufgrund seiner Verletzung am Nordwestschweizerischen fällt er weg. Natürlich darf man Kilian Wenger nicht vergessen, auch wenn seine Saison nicht überzeugend war. Wenn er das nötige Selbstvertrauen hat, ist aber auch mit ihm zu rechnen.
Zu den weiteren Favoriten gehören Christian Stucki, Benji von Ah und Bruno Gisler, Michael Bless, Martin Grab und Christian Schuler.

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Ein Kommentar zu “Schwingerkönig Käser: «Ich trauer dem Geld nicht nach»”

  • #1 walo
    21.08.11, 12:31

    sicher einer der beliebtesten schwingerkönige. diese schwinger sind einfach gemütliche burschen. direkt, offen und ehrlich. wo trifft man noch solche leute?

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