11.08.18

Rücktritt Matthias Sempach

Alchenstorf/Utzenstorf BE – 10. August 2018 – Schwingerkönig Matthias Sempach hat entschieden, seine fantastische Karriere als aktiver Schwinger zu beenden. Dies gab er heute Vormittag an einer in der Bernisch Kantonalen Schwingfest-Arena 2018 in Utzenstorf BE eigens dafür einberufenen Pressekonferenz bekannt.

Der dreifache Schwinger des Jahres (2012/13/14), Schwingerkönig 2013 und Kilchberger-Sieger 2014, Matthias Sempach (32), hängt am Sonntag, 12. August 2018 (15 Uhr, nach dem 5. Gang) anlässlich des Berner Kantonalen Schwingfestes 2018 in Utzenstorf, die Schwinghosen an den Nagel. Dies nachdem er wegen anhaltenden Bandscheibenproblemen bereits unter der Woche für die letzten beiden Saisonhöhepunkte (Berner Kantonales und Schwägalp-Schwinget) Forfait erklären musste. Sempach beendet damit seine erfolgreiche Karriere, die mit unzählichen Höhepunkten gespickt war.

Matthias Sempach: «Ich habe 25 Jahre für den Schwingsport gelebt, 14 davon professionell trainiert und dem Sport alles untergeordnet, damit ich mir meine Träume im Sägemehl verwirklichen konnte. Diese Tatsache macht es heute für mich nicht einfacher, den Rücktritt vom Spitzensport zu erklären. Dennoch weiss ich, dass es die richtige Entscheidung für mich ist. Die erneuten Bandscheibenprobleme erlauben es mir nicht, auch in Zukunft über Monate im Training und im Wettkampf auf höchstem Niveau zu agieren. Mein Anspruch war immer, an der Spitze zu schwingen und Schwingfestsiege zu erkämpfen. Das ist unter den heutigen gesundheitlichen Umständen nicht mehr möglich. Ich glaube, ein sehr gutes Körpergefühl zu haben und weiss, dass ich meinem Körper viel abverlangt habe. Der Zeitpunkt für den Rücktritt ist deshalb jetzt ideal, denn es gibt für mich auch ein Leben nach dem Schwingsport und ich will meine Gesundheit – auch in Absprache mit meinem Vertrauensarzt Prof. Dr. med. Matthias Zumstein – nicht auf’s Spiel setzen. (Siehe auch Statement Professor Lorin M. Benneker, Inselspital.)

Das Berner Kantonale Schwingfest in Utzenstorf findet praktisch vor meiner Haustüre statt und mein
Schwingklub amtet als Trägerverein. Meine Familie, viele Freunde und Bekannte werden anwesend sein. Das bildet für mich einen wunderbaren Ort für meinen Rücktritt. Ich bin überzeugt, es wird emotional. Zu meiner Zukunft: Ich hatte immer zwei Träume; nämlich Schwingerkönig zu werden und einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb zu bewirtschaften. Nachdem ich mir meinen Traum mit dem Schwingerkönig verwirklichen konnte, will ich mich jetzt auf den zweiten Traum fokussieren. Ich will aber nichts überstürzen und nebst meiner Anstellung als Verkaufsberater bei der Melior AG, zuerst auch den Moment geniessen.
Es freut mich enorm, dass die meisten meiner langjährigen Sponsoren und Partner auch nach meinem Rücktritt mit mir zusammenarbeiten wollen und gemeinsame Projekte realisieren möchten. Ich bin stolz auf das, was ich sportlich erreicht habe und ich bin voller Vorfreude auf das, was kommt. Ich verlasse die Sägemehl-Bühne mit einer grossen Zufriedenheit und bin mit mir im Reinen. Ich kann mir nichts vorwerfen und wenn ich könnte, ich würde alles noch einmal genau gleich machen.
Mein tiefer Dank geht an mein tolles Umfeld: Meine Familie, meine Freunde, meine Trainer und mein Management. Ich durfte und darf immer auf sie alle zählen. Das ist so viel wert.»

Adrian Affolter, Präsident Bernisch Kantonaler Schwingerverband (BKSV): «Der BKSV bedauert den Rücktritt von Matthias Sempach extrem, hat aber grosses Verständnis für seinen Entscheid. Mit Matthias Sempach verlieren wir nicht nur ein Vorbild für unseren Nachwuchs, sondern auch eine der wichtigsten Stützen im Kader hinsichtlich auf das Eidg. Schwingfest 2019 in Zug. Vor wie auch nach dem Sieg zum Königstitel, trat Matthias gesamtheitlich als souveräner Schwinger mit Format auf. Mit seiner attraktiven Schwingweise aber auch seiner vorbildlichen Öffentlichkeitsarbeit hat Matthias in den letzten Jahren viel für die steigende Popularität und die positive Wahrnehmung des Schwingsports beigetragen. Er ist und bleibt auch nach seinem Rücktritt ein Gewinn für den Schwingsport. Wir wünschen ihm für sein Leben ohne den aktiven Schwingsport viel Freude, Zeit für seine Familie und stets tolle Begegnungen mit Schwingerfreunden in der ganzen Schweiz. Wir hoffen, dass Matthias sein Wissen rund ums «Sägemehl» weiterhin weiter gibt und dem Verband in irgend einer Form erhalten bleibt – das wäre wunderbar.»

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