Im Gespräch: Martin Grab vor historischem Triumph auf dem Schwarzsee
Mit einem Sieg vom kommenden Sonntag am Schwarzsee-Schwinget (Vorschau), würde Martin Grab (33) einen weiteren Meilenstein in seiner grossartigen Karriere erreichen. Der Rothenthurmer wäre der erste Schwinger, der sämtliche Bergkranzfeste (seit Einführung des Schwägalpschwingets) mindestens einmal gewann. Daher wird Grab sicher besonders motiviert ans Werke gehen. Grab selbst hat sich bis gestern noch nicht gross mit dem Schwarzsee Schwinget befasst und bezeichnet das bevorstehende Fest nicht als absoluten Saisonhöhepunkt. Dieser folge erst mit seinem Lieblingsfest auf dem Brünig. Ebenso hat sich der Innerschweizer auch nicht mit möglichen Gegnern auseinandergesetzt. schwingenonline.ch hat mit Blick auf diese historische Chance beim sympathischen Sennenschwinger nachgefragt.
RENÉ WILLENER (rw) im Gespräch mit MARTIN GRAB
Das Schwarzsee- Schwinget fehlt dir noch in deinem Palmarès. Ich nehme an, dieses Fest steht zuoberst auf deiner Prioritätenliste?
Martin Grab: Es stimmt, dieser Erfolg fehlt mir noch. Ich stufe diesen Anlass jedoch nicht höher ein, als andere Feste diese Saison.
Es steht nicht auf derselben Stufe wie dein Lieblingsfest das Brünig Schwinget?
Martin Grab: Nein, Brünig ist und bleibt Brünig!
Hast du dich daher auch nicht speziell auf diesen Anlass vorbereitet?
Martin Grab: Ich konnte wegen meiner Schulterverletzung im Frühling mit dem Training erst später beginnen und habe meine Topform zu Beginn der Saison noch nicht erreicht. Ich denke, ich habe mein Rückstand aufgeholt und fühle mich für Sonntag gut.
Bereits zwei Mal stand Martin Grab am Schwarzsee im Schlussgang. Nach beiden Gängen musstest du als Verlierer vom Platz treten. Schmerzen diese Niederlagen noch?
Martin Grab: Die Schlussgangniederlage 2010 beschäftigt mich eigentlich nicht mehr. Stucki war an diesem Tag der verdiente Sieger. (Anm. d. Red.: Stucki war eine Klasse für sich und bezwang gleich sechs Innerschweizer Eidgenossen. Der Schlussgang dauerte nur wenige Sekunden.) Die erste Niederlage 2003 war jedoch sehr ärgerlich. Ich stand gegen Daniel Odermatt im Schlussgang und musste trotz fünf Siegen diesen Gang gewinnen, da Daniel vor dem Finale bereits fünf Maximalnoten auf dem Notenblatt hatte. Ich startete gut und fühlte mich sicher, dass je länger der Gang dauert, meine Siegeschancen steigen würden. Leider verlor ich dieses Duell – und erst noch umstritten.
Was war umstritten? Lag Martin Grab etwa gar nicht auf dem Rücken?
Martin Grab: Es war eine sehr knappe Entscheidung! Neben dem knappen Resultat, ärgerte mich die Tatsache, dass ich einen super Wettkampf ablieferte, und unter anderem die starken Berner Christian Oesch und Christian Stucki bezwang, und ich das Fest dennoch nicht gewinnen konnte. Odermatt gewann schliesslich mit der Maximalpunktzahl von 60.00 Punkten.
Dieses Jahr führt der Weg zum Sieg sehr wahrscheinlich über Schwingerkönig Kilian Wenger. Hast du dich schon mit einer möglichen Begegnung gegen Wenger befasst?
Martin Grab: Ich habe mich noch gar nicht mit möglichen Gegnern befasst und auch noch keinen Blick in den Festführer und die Schwingerliste geworfen. Spielt auch keine grosse Rolle, im Kanton Bern gibt es neben Wenger sowieso sehr viele starke Schwinger.
Vielen Dank, für das Interview. Ich wünsche dir viel Glück am Sonntag am Schwarzsee!
schwingenonline.ch ist am Schwarzsee-Schwinget vor Ort und berichtet wie gewohnt mit aktuellen Resultaten und Ranglisten auf der Facebook-Fanpage.
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