Chemihütte-Schwinget: Favorit Anderegg im Gespräch…
Donnerstag-Abend vor dem Chemihütte-Schwinget haben wir mit Simon Anderegg (25) gesprochen. Der sympathische Meiringer zählt zu den Aufsteigern des Jahres. Nicht zuletzt hat er mit seinem Sieg am Schwarzsee-Bergfest seinen ersten Kranzfestsieg gefeiert. Der Cousin von Matthias Glarner geht trotz Adduktorenproblemen als Favorit in das Chemihütte-Schwinget.
INTERVIEW ROGER M. FUCHS (fox)
Simon, dieses Jahr konntest Du am Schwarzsee-Bergfest, den ersten Kranzfest-Sieg deiner Karriere feiern. Dabei hast Du nicht zuletzt Bruno Gisler im Schlussgang auf den Rückengelegt, welcher zuvor Glarner und Stucki besiegt hatte. Rückblickend, wie fühlt sich das an?
Gut. Vorallem es endlich mal geschafft zu haben. Zuvor war ich bereits 5x im Schlussgang eines Kranzfest und es hatte nie geklappt. Nun ist eine grosse Last weg.
Man kann sagen, dass Du nach deinem ersten Eidgen. Kranz in Frauenfeld, diese Saison nochmals einen Schritt vorwärts gemacht hast, oder? (Anmerkung der Redaktion – Anderegg verpasste am Eidg. in Aarau den Kranz um 0.25 Punkte, er war damals Grippe geschwächt angetreten).
Ja, das sehe ich auch so. Ich schwinge nun auch offensiver als in der Vergangenheit, wo ich noch zu oft auf einen Gestellten aus war. Jetzt versuche ich auch aktiv zu gewinnen. Das Training mit Wenger, Glarner und Co. hat mir gezeigt, dass ich gut mithalten kann und auch gewagter Schwingen kann. Einen Sieg mit dem ersten Zug wie am ISV 2011 gegen Christian Schuler, hätte es früher eher nicht gegeben. Da hat sich nicht zuletzt das intensive Training im Kraft- und Ausdauer-Bereich mit dem Team ausbezahlt.
Das Unspunnen hast Du mit je drei Gestellten und Siegen auf 7b abgeschlossen. 16 Schwinger hattest Du am Ende vor deiner Nase. Zufrieden mit dem Abschneiden?
Nein, eher enttäuscht. Persönlich habe ich mehr von mir erwartet. Ich habe nicht den besten Tag erwischt, andererseits hatte ich auch kein Gegner-Glück gehabt. Britschgi, Suppiger und Stefan Burkhalter sind unbequeme Gegner. Zum Schluss habe ich dann alles oder nichts geschwungen und so konnte ich u.a. dann noch Urban Götte im ersten Zug auf den Rücken legen.
Was hast Du seit dem Unspunnen so gemacht.
Ich habe das Training fast auf null zurückgefahren, nicht zuletzt auch wegen den Adduktorenproblemen. Dafür ein paar Jungschwingertrainings geleitet, und nun geniesse ich Ferien mit meiner Freundin. Unter anderem mit Wandern, Alpamare-Besuch, etc..
Jetzt nimmst Du am Sonntag, noch am Chemihütte-Schwinget teil. Wie kommt das?
Chemihütte ist ein Heimschwinget und ist für mich jeweils ein schöner Saisonabschluss.
Die Jungfrau-Zeitung sieht dich als Favorit auf den Festsieg. Ist ja keine alltägliche Situation für Dich. Wie gehst Du damit um? Ändert sich etwas für Dich?
Nein, ich sehe das nicht so eng. Und vorallem ist ja noch Thomas Zaugg, Hanspeter Lugingbühl und Bernhard Kämpf. Also sind es eher einige Favoriten.
Christian Boss hat im SRF Guide geschrieben, dass Du extrem schläfrig wirkst, wenn Du in den Sägemehlring einmarschierst. Siehst Du das auch so?
Ja, das hat schon was. Ich kann es nicht erklären. Natürlich laufe ich eher gemütlich daher, aber ich bin dabei voll auf meinen Gegner fokussiert.
Was sind deine Pläne für die nächsten Wochen?
Es war eine intensive Saison. Jetzt brauche ich auch mal Abstand, bis es dann Mitte Oktober wieder beginnt. Und dann arbeite ich natürlich als Zimmermann. Zudem schraube ich das Trainingspensum gegenüber dieser Saison, für die neue Saison ein wenig zurück. Da kein eidgenössischer Anlass ist, werde ich etwas Neues ausprobieren.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
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