17.04.13

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11.08.18

Rücktritt Matthias Sempach

Alchenstorf/Utzenstorf BE – 10. August 2018 – Schwingerkönig Matthias Sempach hat entschieden, seine fantastische Karriere als aktiver Schwinger zu beenden. Dies gab er heute Vormittag an einer in der Bernisch Kantonalen Schwingfest-Arena 2018 in Utzenstorf BE eigens dafür einberufenen Pressekonferenz bekannt.

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29.07.18

Simon Anderegg neu im 100er Club

Simon Anderegg SK Meiringen

Brünig OW – Simon Anderegg hat es geschafft. Im Alter von 32 Jahren erschwang sich der Berner Eidgenossen heute am Brünig Schwinget seinen 100. Kranz. Der Zimmermann aus Unterbach gehört nun auch zum berühmten 100er Klub.

2003 erster Kranz
Der erste Kranz erkämpfte er sich vor 15 Jahren am Oberländischen Schwingfest in Grindelwald, damals im Alter von 17 Jahren. Nach seinem ersten Kranzerfolg folgte am Walliser Kantonalschwingfest im selben Jahr noch ein weiterer Kranz. Seinen ersten Bergkranz erkämpfte er sich im 2005 am Brünig Schwinget. Seinen ersten Teilverbandskranz konnte der Sennenschwinger ebenfalls im 2005 am Bernisch Kantonalen Schwingfest in Huttwil erkämpfen.
Mit seiner Schwingart wurde er schon öfters zum gefürchteten Gegner. Nebst den Gau- und Teilverbandskränzen, gehören auch drei Eidgenössische Kränze zu seiner Sammlung. 2010, 2013, und 2016 sicherte er sich das eidgenössische Eichenlaub.

vier Kranzfestsiege
Nebst den 100 Kränzen gehören auch vier Kranzfestsiege zu seinem Palmarès. Seine ersten Sieg feierte er im 2011 am Schwarzsee Schwinget. Anschliessend folgten im 2013 am Emmentalischen, im 2014 am Oberländische und 2017 am Bern-jurassischen Schwingfest je ein Kranzfestsieg. Neben den fünf  Kranzfestsiegen konnte er auch 22 Regionalschwingfeste für sich entscheiden.

schwingenonline.ch gratuliert Simon Anderegg zum Gewinn des 100. Kranzes und wünscht ihm für die sportliche sowie die private Zukunft viel Glück und alles Gute.

03.06.18

Mario Thürig neu im 100er Club

Mario Thürig - schwingenonline.ch

Aarau Rohr AG – Mario Thürig hat es geschafft. Im Alter von 33 Jahren erschwang sich der Aargauer Eidgenossen heute am Aaargauer Kantonalschwingfest seinen 100. Kranz. Der Verkaufsberater aus Möriken gehört nun auch zum berühmten 100er Klub.

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13.05.18

Willy Graber neu im 100er Club

Willy Graber hier mit dem Brünig Kranz 2011 (JN) - schwingenonline.ch

Zollbrück BE – Wily Graber hat es geschafft. Im Alter von 33 Jahren erschwang sich der Berner Eidgenossen heute am Emmentalischen Schwingfest seinen 100. Kranz. Der Landwirt und Dachdecker aus Bolligen gehört nun auch zum berühmten 100er Klub.

2003 erster Kranz
Der erste Kranz erkämpfte er sich vor 15 Jahren am Emmentalischen Schwingfest in Wasen, damals im Alter von 18 Jahren. Nach seinem ersten Kranzerfolg folgten am Seeländischen und Mittelländischen im selben Jahr noch zwei weitere Kränze. Seinen ersten Teilverbandskranz erkämpfte er sich im 2005 am Bernisch-kantonalen Schwingfest in Huttwil. Seinen ersten Bergkranz konnte der Bodenspeziallist ebenfalls im 2005 am Schwarzsee Schwinget erkämpfen.
Mit seiner angriffigen Schwingart wurde er schon öfters zum gefürchteten Gegner. Seine Gegner bezwang er viel am Boden und wurde zum Bodenspeziallist der Nation. Nebst den Gau- und Teilverbandskränzen, gehören auch vier Eidgenössische Kränze zu seiner Sammlung. 2007, 2010, 2013 und 2016 sicherte er sich das eidgenössische Eichenlaub.

Fünf Kranzfestsiege
Nebst den 100 Kränzen gehören auch fünf Kranzfestsiege zu seinem Palmarès. Seine ersten beiden Siege feierte er im 2005 und 2007 am Bernisch-kantonalen Schwingfest. Anschliessend folgten im 2008 und 2010 der Sieg am Mittelländischen Schwingfest und 2012 der Festsieg am Baselstädtischen Schwingertag. Neben den fünf Kranzfestsiegen konnte er auch 26 Regionalschwingfeste für sich entscheiden.

schwingenonline.ch gratuliert Willy Graber zum Gewinn des 100. Kranzes und wünscht ihm für die sportliche sowie die private Zukunft viel Glück und alles Gute.

19.03.18

Jetzt Tickets kaufen: Filmpremiere „Gladiators of the Alps“ @ Verkehrshaus Luzern

Am Donnerstagabend, 12. April 2018, findet auf der grössten Leinwand der Schweiz, im Filmtheater im Verkehrshaus Luzern, die Premiere „Gladiators of the Alps“ statt. Ab sofort können Sie Tickets für die Filmpremiere kaufen.

Tickets kaufen

Programm
Vor dem Film haben Sie die Gelegenheit, in der Red Bull Media World interaktiv in das Thema „Schwingen“ einzutauchen und sich mit einem traditionellen Essen zu verköstigen.

Ab 20:00 Uhr beginnt der durch SRF-Kommentator Stefan Hofmänner moderierte Talk mit Red Bull Athlet Remo Käser, seinem Vater und Schwingerkönig 1989 Adrian Käser sowie seinem Athletiktrainer Andreas Lanz. Im Anschluss an den Talk folgt die Premiere von Gladiators of the Alps.

Nach dem Film stehen die Protagonisten während einer Q&A Session Rede und Antwort. Um ca. 21:30 Uhr ist die Veranstaltung zu Ende.

Er ist 21 Jahre alt und einer der vielversprechendsten Talente im Schwingsport – Remo Käser. 800 Jahre Schweizer Tradition trifft auf junge Kämpfer mit Stiernacken, die den Sport mit neuen Impulsen auf’s Kreuz legen. Fest steht: Schwingen ist mehr als ein Sport. Schwingen ist Symbol der Schweizer Kultur und spiegelt die Werte des Landes wider. Der Film „Gladiators of the Alps“ folgt unter anderem dem Jungtalent Remo Käser in das Leben zwischen Alphorn, Sägemehl und Hosenlupf.

07.11.17

Mit Philipp Laimbacher (35) tritt ein Grosser des Schwingsports zurück

7. November 2017 – Der Entscheid ist gefallen: Der fünffache Eidgenosse Philipp Laimbacher tritt vom aktiven Schwingsport zurück. schwingenonline.ch wünscht dem grossartigen Sportsmann alles Gute für die Zukunft.

Im vergangenen Juli waren die Ziele noch hochgesteckt: Die Teilnahme am Saisonhöhepunkt «Unspunnenfest» und ein Beitritt in den begehrten 100-er-Club waren in Reichweite. Doch leider kam alles anders: Philipp Laimbacher verletzte sich am 2. Juli 2017 an der linken Schulter und musste sich für die folgenden Wettkämpfe abmelden.
Die Schulterverletzung machte ihm auch im Herbst noch zu schaffen und eine Operation wurde unumgänglich. Philipp Laimbacher legte sich am 30. Oktober 2017 «unters Messer» und fällte gleichzeitig auch einen seiner schwersten Entscheide: den Rücktritt nach einer langen, erfolgreichen Karriere.

Grosse Erfolge gefeiert
Philipp Laimbacher war über viele Jahre das Aushängeschild des Innerschweizerischen Schwingerverbands und holte sich total 37 Festsiege (davon 20 Kranzfestsiege). Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Luzern (2004) klassierte er sich im zweiten Schlussrang und am vergangenen Kilchberger Schwinget (2014) stand er im Schlussgang. Der Mythenverbändler erkämpfte sich insgesamt 96 Kränze (5 Eidgenössische,
17 Teilverbanskränze, 32 Bergkränze und 42 Kantonalkränze).

Viel Verletzungspech
Die Karriere von Philipp Laimbacher war aber auch von zahlreichen Verletzungen gezeichnet: Rückenprobleme, Knie- und Schulterverletzungen. Die schwerste Knieverletzung zog er sich 2011 am Nordwestschweizersichen zu, als er in der Folge die ganze Saison 2012 verpasste. Der Schwyzer kämpfte sich aber immer wieder zurück. Die letzte Saison seiner Karriere startete er im April mit einem Festsieg in Muotathal. Im Mai und Juni stand er am Urner Kantonalen und am Stoosschwinget im Schlussgang, bevor er sich schliesslich im Juli erneut verletzte.

«Eine grosse Lebensschule»
«Der Schwingsport hat mein Leben während vielen Jahren geprägt und war für mich eine grosse Lebensschule. Ich muss nun aber mit 35 Jahren feststellen, dass sich mein Körper nicht mehr so schnell und so gut regeneriert wie noch vor zehn Jahren. Durch die grossen Kräfte zwickt es halt da und dort», führt Philipp Laimbacher aus. «Es war eine tolle Zeit, doch nun ist Schluss. Ich möchte auch in Zukunft noch Sport treiben können. Ich möchte skifahren, wandern und biken, mich in der Natur bewegen können und muss nun schweren Herzens einen Schlussstrich ziehen», so Philipp Laimbacher weiter. «In den vielen Jahren habe ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln können, immense Unterstützung von Fans und Sponsoren erhalten und dafür bin ich extrem dankbar.» Er werde dem Schwingsport aber sicher verbunden bleiben.

Eine Ära geht zu Ende
Mit Philipp Laimbacher geht nun auch der letzte der erfolgreichen Brüder «in Pension». Das Schwyzer Trio Adi, Philipp und Ivo Laimbacher erkämpfte sich total 83 Festsiege und 226 Kränze – davon 12 Eidgenössische. In Frauenfeld (2010) und Burgdorf (2013) konnten gar alle drei Brüder das begehrte eidgenössische Eichenlaub entgegennehmen – dies ist in der Schwingsportgeschichte einmalig. Ivo Laimbacher, der jüngste Bruder, erklärte im Dezember 2013 seinen Rücktritt, im Juli 2015 bestritt Adi Laimbacher, der älteste Bruder, sein letztes Schwingfest auf der Rigi. Mit dem aktuellen Rücktritt von Philipp Laimbacher geht nun eine grosse Ära zu Ende.

08.10.17

Filmrolle: Remo Käser als Opfer in „Hanselmann’s Season of the Witch 2017“ Trailer

Zürich, Oktober 2017 – Schwinger Remo Käser (20) überzeugt auch mit Schauspieltalent. Während die Schwingsaison zu Ende ist, gönnen sich die Schwingcracks auch mal ein wenig Distanz vom Schwingsport, um nicht zu letzt die Batterien für das anstehende lange Wintertraining zu füllen. So auch der Spitzenschwinger Remo Käser. Dabei wagte das Multitalent sich in ein neues Terrain vor. Zum ersten Mal (abgesehen von TV-Spots) hat der vielseitige Berner sein Schauspieltalent in einem Trailer unter Beweis gestellt.  Dabei war er, nebst seinen Kolleginnen Alexandra Maurer (Moderatorin) und dem Schweizer Social Media-Star Sylwina, für „Hanselmann’s Season of the Witch“ 2017 Trailer im Einsatz. Als eines der drei Opfer wird er von Jack the Ripper (Reto Hanselmann) kaltblütig ermordet. „Der Dreh hat super Spass gemacht“, schreibt Remo auf seinem Instagram-Account. Die aufwendig produzierten Clips dienen der grössten Halloween-Party der Schweiz, welche Ende Oktober im Zürcher Kaufleuten stattfindet. Alle Infos unter www.seasonofthewitch.ch
Check it out Trailer 2/3:

24.08.17

Samuel Giger sagt seine Teilnahme am Unspunnen Schwinget verletzungsbedingt ab!

Weinfelden TG – Der letzte Belastungstest von heute Donnerstagabend endete für Samuel Giger nicht wie gewünscht. Eine am Schaffhauser Kantonalschwingfest vom 12. August zugezogene Schulterblessur wiegt zu schwer, so dass die Gefahr zu gross ist, dass eine aktive Teilnahme am Unspunnen-Schwinget eine schwerwiegendere Verletzung nach sich zieht. Bereits am Schwägalp-Schwinget vom vergangenen Sonntag war der Thurgauer Schwinger in seinen Zügen eingeschränkt. Infolgedessen wurde am Montag eine MRI-Untersuchung durchgeführt. Die anschliessenden Behandlungen führten nun nicht zum erhofften Erfolg. Für Samuel Giger wiegt die Absage schwer. Er ist aktuell zweiter der offiziellen Jahreswertung und war 2016 am Eidg. Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-Lac im zweiten Schlussrang klassiert. Die laufende Saison schliesst der 19-jährige Samuel Giger mit neun gewonnen Kränzen ab. In seiner jungen Karriere gewann er bisher 25 Kränze, sieben davon als Kranzfestsieger.

19.08.17

Vor Unspunnen: Matthias Sempach & Remo Käser bereiten sich im Lenkerhof an der Lenk i.S. vor

Lenkerhof, Lenk i.S., 18.08.2017 – Der letzte Feinschliff vor dem wichtigsten Schwingfest des Jahres – dem Unspunnen Schwinget vom kommenden Wochenende – holen sich der Schwingerkönig Matthias Sempach und Remo Käser erneut an der Lenk. Neben den harten Trainingseinheiten in der Mehrzweck-Turnhalle, viel Schweiss und zähen Duellen im Sägemehl, aktiver Erholung im Lenkerhof gourmet spa resort kam bei den beiden Schwinger auch der Freizeit-Spass an der Lenk nicht zu kurz.

Das Trainingslager an der Lenk vom vergangenen Jahr hat sich für die beiden Clubkollegen vom Schwingklub Kirchberg BE  bewährt. Daran sollte nichts geändert werden und so absolvierten die beiden vergangene Woche vor Ort eine wichtige Trainingseinheit und Vorbereitungsphase für den Unspunnen Schwinget in Interlaken.

Nebst dem harten Training durfte natürlich ein bisschen Erholung, Fun und Action nicht fehlen. Täglich nutzten die Schwinger das umfangreiche Wellness-Angebot im 7sources-Wellness vom Lenkerhof gourmet spa resort und genossen das grosse Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten. Am freien Mittwochnachmittag ging es dann mit der Gondel aufs Leiterli Nach einer kurzen Wanderung zur Alp Steinstoos stand der Steinstoss-Wettkampf im Zentrum. Drei verschieden schwere Steine mussten in je drei Versuchen möglichst weit geworfen werden. Die jeweilige Bestweite wurde mit Holzpfosten markiert. Diese Markierung bleibt nun die ganze Sommersaison stehen und so können sich die Besucher auf dem AlpRundweg Leiterli bei der Alp Steinstoos mit den Bösesten und Stärksten der Schweiz messen. Der Sieg ging schlussendlich an Schwingerkönig Sempach (TV-Beitrag Tele Bärn). Dafür aber konnte sich der unterlegene Käser Remo beim anschliessenden Alphorn-Blasen durchsetzen. Zum Schluss des «Wettkamps» liessen es sich die Schwinger nicht nehmen, statt mit der Gondel mit den coolen Trotti-Bikes den Berg runter zu sausen.

Matthias und Remo sind begeistert: «Die Lenk mit dem Lenkerhof gourmet spa resort, den Lenk Bergbahnen, der modernen Turnhalle und dem lokalen Schwingklub war der perfekte Austragungsort für dieses Trainingslager. Wir fühlten uns erneut rundum wohl, einfach super“.

11.07.17

Redbulletin: Schwinger Remo Käser zwischen Alphorn und Rap

Schwingen hat 800 Jahre Vergangenheit und 106 Kilogramm Zukunft: Der Alchenstorfer Remo Käser ist Sohn des Schwingerkönigs von 1989 (Adrian Käser). Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2016 festigte er vor 52.000 Fans mit Platz drei seine Position als große Zukunftshoffnung. Demnächst zu sehen ist Remo beim Unspunnenfest in Interlaken (unspunnenfest.ch), das nur alle sechs Jahre stattfindet. Der Jungstar, der gerade mal 20 Jahre alt ist, erklärt The Red Bulletin in Wörtern sein Leben zwischen Arbeit und Respekt.

TEXT: STEFAN WAGNER FOTOS: CHRISTOPH KÖSTLIN

RESPEKT

Was Schwingen so besonders macht? Das ist vor allem der Zusammenhalt. Unter Schwingern besteht ein Grundsatz der Kameradschaft. Vor und nach dem Gang (dem Kampf; Anm.) sind wir Kameraden, umschalten musst du erst in den letzten Momenten vor dem Kampf, du steigst ins Sägemehl, gibst deinem Gegner die Hand, und dann zählt nur noch, ihn aufs Kreuz zu legen. Nach dem Kampf, wenn man dem Verlierer den Rücken abgewischt hat, ist alles wieder vorbei. Man ist auch nicht nachtragend, egal wie hart der Kampf war. Der Handschlag vor und das Abwischen des Rückens nach dem Kampf sind mehr als nur schöne Gesten. Sie drücken Respekt aus, ehrlichen Respekt. Respekt und Kameradschaft, das sind die wichtigsten Begriffe unter uns Schwingern.

BÖSE

Die besten Schwinger werden „Die Bösen“ genannt. Wieso? Ich weiß es ehrlich nicht, keine Ahnung. Ich bin doch so ein Lieber! (Lacht.)

„Schwingen ist Lebensschule. Zu hundert Prozent.“

LEBENSSCHULE

Schwingen ist eine Lebensschule. Zu hundert Prozent. Schon den jüngsten Schwingern werden Fairness, Kameradschaft, Höflichkeit, Bescheidenheit, Bodenständigkeit, Demut beigebracht. Von klein auf, in jedem Training. Du trainierst nicht nur Technik und Kraft, sondern auch nach diesen Werten zu leben. Du lernst auch, dass dir nur geholfen wird, wenn du auch anderen hilfst, und dass du nur auf diesem Weg eine Chance hast, ganz nach oben zu kommen. Nur mit Hilfe deiner Konkurrenten kannst du ein Böser werden. Du musst helfen, dann wird dir geholfen, dann ist allen geholfen.

ARBEIT

Es gibt ein rundes Dutzend Schwinger, die vom Sport leben könnten. Aber Vollprofi, das ist trotzdem niemand. Es ist Tradition, dass wir alle einen bürgerlichen Beruf ausüben. Ich habe eine Lehre als Spengler absolviert, jetzt bin ich Praktikant als Videojournalist bei TeleBärn. Diese Arbeit kommt mir sehr entgegen, zumal ich den Kontakt zu Menschen schätze und auch wieder etwas Neues dazulernen kann. Ich finde es richtig, dass wir alle arbeiten. Schwingen ist ein Kraftsport, da kannst du pro Tag ohnehin nicht mehr als zwei oder drei Stunden trainieren, den Rest der Zeit brauchen die Muskeln zur Erholung. Arbeit gibt deinem Tag Struktur, die Zeit einfach mit Games oder dem Handy totzuschlagen wäre falsch. Es ist besser, du nützt die Zeit sinnvoll, in der sich deine Muskeln erholen.

PROMINENZ

Vor 50.000 Leuten in eine Arena hineinzumarschieren, da läuft es dir schon eiskalt den Rücken runter. Ja, da bist du nervös, im ersten Kampf ist jeder nervös. Aber danach löst sich das bei mir. Dann hilft mir das Publikum sogar. Wenn du in der letzten Minute eines Gangs schon an der Grenze bist, macht die Energie vom Publikum bei mir noch Reserven frei, die ich allein, die ich im Training nicht freimachen kann. Ich werde auch immer besser, je größer die Anlässe sind, ich kann das, mich vom Publikum beflügeln lassen. In der Schweiz werde ich oft angesprochen, aber ich muss nur in ein Flugzeug steigen und bin anonym. Mir gefällt beides, die Anerkennung und die Anonymität. Ich bin dankbar für die Wertschätzung in der Schweiz, dafür, dass die Leute Freude haben an dem, was ich mache. Das ist ein sehr schöner Lohn für einen Sportler! Aber ich bin auch froh, wenn ich nach der Saison mit meinen Freunden ins Ausland fahren kann, wo einem nicht so auf die Finger geschaut wird. Da kann man sich dann wie ein normaler Zwanzigjähriger benehmen, das ist zwischendurch auch nötig.

„Talent bringt dich vielleicht weit, aber Wille bringt dich weiter. Davon bin ich überzeugt.“

KONZENTRATION

Während eines Kampfes höre ich nichts. Sobald das „Gut!“-Kommando vom Kampfrichter kommt, bin ich in meiner eigenen Welt. Da kann mir einer von draußen zurufen, was er will. Ich höre es nicht. Dieses Reinsteigern bei einem Wettkampf, das erzeugt eine Intensität, die ich im Training niemals erreichen kann. Nach einem Training – das kann noch so hart gewesen sein – geht es mir am nächsten Tag gut. Aber nach einem Wettkampf, da fühle ich mich wie ein Fünfzigjähriger. Das kommt daher, dass dein Körper irgendwann sagt: Halt, hier ist die Grenze, weiter geht’s nicht. Und diese Grenze kannst du im Training nicht überwinden. Aber im Wettkampf hörst du nichts, nicht einmal den eigenen Körper.

Was Remo Käser zur Schweiz sowie den Stichworten Mürbe, Stiernacken, David gegen Goliath, Rap, Angriff und Zermürben sagt, erfahren Sie im kompletten Artikel in der aktuellen Ausgabe des „THE RED BULLETIN“ und auf https://www.redbulletin.com.

TEXT: STEFAN WAGNER
FOTOS: CHRISTOPH KÖSTLIN

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