03.08.11

Holt König Jörg zurück in die Schwingerfamilie

Bis vor ein paar Monaten war Erica meine Sekretärin beim BLICK. Die attraktive Brünette weiss immer ganz genau, was gerade total "Hip" ist. Dementsprechend ist ihr Lifestyle: Sie wohnt in einer modernen Wohnung in einem urbanen Zürcher Quartier. Sie schmückt ihre Ohren mit riesigen Silber-Creolen, trägt liebend gerne hohe Schuhabsätze und hüllt ihren makellosen Körper vorzugsweise in ein Kleid, welche das Label der Kicker-Braut und Jung-Designerin Victoria Beckham trägt.

VON MARCEL W. PERREN

Zwilchhosen spielten im Leben vom hübschen Gesicht der Ringier-Administration bis im letzten Jahr keine Rolle. Als ich sie im Sommer 2006 gebeten habe mich für den Unspunnen-Schwinget zu akkreditieren, rümpfte Erica fragend ihr Näschen: "Was willst du den bloss bei diesen total uncoolen, schnauzbärtigen und bierbäuchigen Hosenlüpflern?"

Vor dem letzten Eidgenössischen in Frauenfeld richtete Erica erneut eine Frage zum Schwingen an meine Adresse: "Kannst du mir zwei Tickets für das Eidgenössische in Frauenfeld organisieren?"
Ich suchte im ersten Moment nach der versteckten Kamera, weil ich nicht glauben konnte, dass sich das urbane "Rickli" ernsthaft unter das hemdsärmelige Schwingervolk mischen will. Doch dann packte sie voller Stolz ein blaues Edelweisshemd aus ihrer Gucci-Tasche und machte mich darauf aufmerksam, dass dieses Kleidungsstück jetzt auch in ihren Kreisen total angesagt sei. Zudem hätte sie sich in den letzten Monaten die Bodys der Schwinger von heute mal genauer angeschaut. "Die sind ja total sexy" kreischt die Mittvierzigerin wie ein Teenager.

Ja, die Spitzenschwinger von heute dürfen sich tatsächlich sehen lassen. Im Gegensatz zu früher gibt es nur noch ganz wenige Sägemehl-Gladiatoren, die mit einem "Schwimmring" um den Bauch Akzente setzten. Das sich die Schwinger von schweren Fleischbergen zu Modelathleten entwickelt haben, ist in erster Linie das Verdienst eines Mannes, welcher in den letzten Monaten von der ESV-Spitze mit Füssen getreten wurde – Jörg Abderhalden. Der dreifache Schwingerkönig war der Erste, der sein Training nach einem wirklich professionellen Plan ausgerichtet hat. Er gehörte auch zu den Ersten, die ein grosses Potenzial in der richtigen Ernährung erkannt haben. Vor seiner Zeit haben sich die meisten Schwinger mit einer gigantischen Portion Kartoffelstock und Schweinsbraten in der Mittagspause eines Wettkampfes verpflegt. Doch Jörg bemerkte, dass man Eiweisse und Kohlhydrate besser in Form von leichtbekömmlichen Shakes zu sich führt. Weil das Modell-Abderhalden von den meisten Kollegen kopiert wurde, hat sich unser Nationalsport in punkto Athletik und Ästhetik derart weiterentwickelt, dass er heute für attraktive Sponsoren und Frauen wie Erica interessant ist. Und damit nicht nur Kilian Wenger von Abderhalden's gigantischem Know How profitiert, sollte der Eidgenössische Schwinger Verband alles daran setzten, dass König Jörg so schnell wie möglich, in die Schwinger-Familie zurückkehrt.

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Ein Kommentar zu “Holt König Jörg zurück in die Schwingerfamilie”

  • #1 Sibylle
    06.08.11, 19:48

    Jörg muss nicht zur Schwingerfamilie „zurückkehren“. Er ist und bleibt ein absolut wichtiges Mitglied. All die Austritte aus den Vereinen sind bestimmt nur „schwingpolitisch“, hätten Andere in seiner Situation bestimmt auch gemacht.

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