24.08.11

Dienen kommt vor verdienen!

Ehrenamtliche Arbeit – ein Auslaufmodell?
Unsere Verbände und Klubs – nicht nur die schwingerischen – sowie unser gesamtes politisches System leben von der ehrenamtlichen Arbeit. Laut der Erhebung des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahre 2007 leisten die Bewohner der Schweiz rund 3 Stunden pro Monat freiwillige Arbeit. Hochgerechnet mit dem gemäss einer weiteren Erhebung ermittelten durchschnittlichen schweizerischen Stundenlohn von Fr. 35 ergibt dies bei dem aktuellen Bevölkerungsstand in der Schweiz von 7,866 Millionen die stolze Summe von fast 10 Milliarden Franken pro Jahr. Wahrlich nicht schlecht! Aber, die sich im Gange befindenden gesellschaftlichen Veränderungen haben einen Einfluss auf die zukünftige Ausgestaltung aller unserer gemeinschaftlichen und ehrenamtlichen Aktivitäten. Wir setzen uns heute auseinander mit einer allgemein erhöhten Belastung  in der Berufswelt(vor allem psychisch), mit dem Erfolgsdruck im Sport (die Fans wollen nur Sieger) und einem allgemeinen Zeitgeist-Trend hin zur ethischen Strömung, die Lust als höchstes Gut und Bedingung der absoluten Glückseligkeit des Einzelnen sieht. Alle diese Punkte sind im klaren Widerspruch zur ehrenamtlichen Tätigkeit! Die Zeitzeichen sind, dass Verbände und Klubs generell Mühe haben die Führungspositionen zu besetzen und Gemeinden oftmals mangels Kandidaturen stille Wahlen durchführen.

VON ROLF GASSER, GESCHÄFTSSTELLENLEITER EIDGEN. SCHWINGERVERBAND (ESV)

Was ist dagegen zu unternehmen?
Arbeit generell und ehrenamtliche Arbeit im Speziellen soll vor allem auch Spass bereiten. Aber immer ist der Spass an der Sache und nicht der Spass am eigenen Ruhm in den Vordergrund zu stellen, denn dienen kommt vor verdienen!

Mit der heutigen allgemeinen Belastung und der geänderten Lebenseinstellung müssen Grundstrukturen erschaffen werden, die den Veränderungen Rechnung tragen. Das heisst, es braucht eine gewisse Professionalisierung nach dem Motto so viel wie nötig! Nehmen wir zum Beispiel den Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwing- und Aelplerfestes, ob nun Frauenfeld oder Burgdorf ist egal. Er hat die Aufgabe dem OK-Präsidenten, dem Präsidenten des Trägervereins, den Mitgliedern des Steuerungs-Ausschusses und den Abteilungs- und Stabstellenleitern die administrativen Arbeiten abzunehmen und als Führungsgehilfe Unterlagen für die strategischen Entscheide vorzubereiten. Die Aufgaben die der Geschäftsführer eines Eidgenössischen Schwing- und Aelplerfestes für den Grossanlass erfüllt, kann nun auch die Geschäftsstelle des Eidgenössischen Schwingerverbandes für den Eidgenössischen Schwingerverband mit der an der letzten Abgeordnetenversammlung bewilligten Stelle wahrnehmen. Sie hat die Aufgabe dem Obmann, den Teilverbandspräsidenten, dem Technischen Leiter, dem Technischen Leiter Jungschwingen und auch allen weiteren Funktionären administrative Arbeiten abzunehmen, damit sich die Führungskräfte vor allem auf die strategischen Aufgaben konzentrieren können.

Die Entwicklung wird weitergehen, mit den eingeleiteten Schritten hat der Eidgenössische Schwingerverband die Weichen zur Sicherung der ehrenamtlichen Arbeit, die in erster Linie Spass bereiten soll, für die Zukunft gestellt!

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