15.07.15

Vorschau Weissenstein Schwinget 2015: Starke Berner fordern die Nordwestschweizer

Weissenstein SO – Am kommenden Samstag den 18. 07.2015 findet das traditionelle Bergkranzfest auf dem Weissenstein statt. Nicht weniger als zehn Eidgenössische Kranzschwinger haben sich für den Bergklassiker angemeldet.Neben den 50 Einheimischen Schwingern aus der Nordwestschweiz, besitzen in diesem Jahr 25 Berner, sowie 15 Südwestschweizer Athleten Gastrecht auf dem Solothurner Hausberg. Dem Sieger winkt Siegesrind „Atlanta“. Das Anschwingen beginnt um 8.30 Uhr, bereits zwei Stunden früher eröffnet die Festwirtschaft. Der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt. Seit Dezember 2014 ist die neue Gondelbahn auf den Weissenstein in Betrieb. Bei der Talstation in Oberdorf stehen jedoch nur begrenzte (gebührenpflichtige) Parkplätze zur Verfügung. Die Passstrasse ist von Nord-und Südseite uneingeschränkt befahrbar. Die Parkgebühr auf dem Weissenstein beträgt 10 Sfr.
schwingenonline.ch ist auf dem Weissenstein am Samstag live vor Ort und berichtet auf der Facebook-Fanpage laufend mit aktuellen Resultaten und Ranglisten vom Bergklassiker in der Nordwestschweiz.

von René Willener (rw), schwingenonline.ch

Gisler und Bieri mit Chance zum Hattrick
Den beiden Einheimische Bruno Gisler und Christoph Bieri winkt die Chance auf ihren dritten Festsieg beim Heimfest. Sie könnten somit zum bisherigen Rekordhalter Matthias Sempach aus Alchenstorf aufschliessen, welcher diesen Klassiker bereits dreimal zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Vor Jahresfrist übrigens zusammen mit Christoph Bieri und Kilian Wenger.
Christoph Bieri gewann in dieser Saison bereits das Aargauer, sowie das Solothurner Kantonale. Auf dem Stoos reihte er sich unter die Kranzgewinner und ist seither stolzer Besitzer sämtlicher Berg-und Teilverbandskränze.  
Gisler seinerseits hatte in dieser Saison ebenfalls Grund zum Feiern. Beim Baselstädtischen holte sich der Rumisberger, welcher in den Jahren 2003 und 2013 auf dem Weissenstein gewann, seinen insgesamt 100. Karrierekranz. Zudem stand er am Solothurner Kantonalen im Schlussgang, welcher er jedoch gegen Christoph Bieri verlor.
Dass mit dem Solothurner Leader wieder zu rechnen ist, bewies er vor zwei Wochen in Seedorf beim Innerschweizerischen als Gästeschwinger. Mit Christian Schuler, Benji von Ah und Erich Fankhauser legte er drei der stärksten Innerschweizer aufs Kreuz. Einzig gegen den unbekümmerten Joel Wicki musste er sich schliesslich geschlagen geben und verpasste so den Schlussgang.

Einige Mittelschwinger mit berechtigter Hoffnung auf Eichenlaub
Ebenfalls einige Farbtupfer setzte in der Innerschweiz der zweite Nordwestschweizer Vertreter. Bis zur Halbzeit lag das Aargauer Schwergewicht Patrick Räbmatter an vorderster Front, am Schluss verfehlte er jedoch noch den Kranz. An ihm werden sich die Gäste am Samstag erneut die Zähne ausbeissen. Dasselbe gilt natürlich für den dritten Eidgenossen Remo Stalder vom Schwingklub Mümliswil. Sein erster Auftritt an einem Bergfest in dieser Saison missriet auf dem Stoos jedoch total, er möchte sich für diesen Auftritt am Samstag in seiner näheren Heimat sicher rehabilitieren.
Neben diesen vier erwähnten Schwingern kamen mit Roger Erb, Andreas Henzer, Marcel Kropf, Stephan Studinger, Thomas Stüdeli sowie Henric Thoenen sechs weiter Nordwestschweizer in ihrer Karriere bereits mindestens einmal zu Bergkranzehren. Ob sich am Samstag diese Gruppe erweitert wird sich zeigen. Beste Aussichten auf den ersten Bergkranz besitzen die Mittelschwinger David Schmid und Vieira Tiago, sowie die aufstreben Nachwuchshoffnung Nick Alpiger, welcher sich am vergangenen Sonntag als Gast beim Südwestschweizerischen unter die Kranzgewinner reihte.
Mit Spannung erwartet man auch den Auftritt von Michael Bächli aus Würenlingen, welcher am Samstag auf dem Weissenstein seinen 17. Geburtstag feiert. Dem 201 cm grossen Jungschwinger wird ebenfalls eine grosse Karriere vorausgesagt. Ob es jedoch bereits zum ersten Bergkranz reicht, wird sich zeigen.

Berner mit einigen Siegesanwärtern
Angeführt von sechs Eidgenossen versuchen die Berner den Doppelsieg aus dem Vorjahr von Matthias Sempach und Kilian Wenger zu verteidigen. Die beiden Schwingerkönige fehlen jedoch in diesem Jahr. Somit lastet der Druck wieder einmal auf anderen Schultern. Was es zum Sieg auf dem Weissenstein braucht weis am besten Christian Stucki. Der Seeländer gewann diesen Anlass im Jahre 2008. Er zählt wiederum zu den Favoriten.
Gespannt darf man auf den Auftritt vom Emmentaler Matthias Siegenthaler sein. Er hat in seiner Karriere bereits acht Kranzfeste gewonnen, darunter mit vor Jahresfrist am Schwarzsee auch ein Bergkranzfest. Der 30 jährige Familienvater kehrte jedoch nach einer längeren Verletzungspause erst am vergangenen Sonntag in Genf wieder in den Ring zurück, somit wird ihm der Wettkampfrhythmus mit grösster Wahrscheinlichkeit noch ein wenig fehlen.
Auch der zweite Emmentaler Eidgenosse kam schon in den Genuss eines Bergkranzfestsieges. Thomas Sempach aus Heimenschwand gewann im Jahre 2008 auf der Schwägalp. Der gelernte Landwirt und Maurer konnte sich in dieser Saison bisher noch für keinen Schlussgang qualifizieren, zeigte jedoch seine gewohnte Leistung und reihte sich bei den Gaufesteinsätzen immer an vorderster Front ein. Sollten die meistgenannten Favoriten straucheln, könnte Sempach in die Bresche springen.
Dasselbe gilt für den Sigriswiler Bernhard Kämpf. Als zweiter beim Kilchbergschwinget 2014 untermauerte er einmal mehr, dass der starke Techniker vom Schwingklub Thun bei optimalem Wettkampfverlauf auch für den ganz grossen Wurf bereit ist.
Komplettiert wird das Eidgenossen-Sextett von Niklaus Zenger und Hansruedi Lauper. Ob Lauper überhaupt teilnimmt ist noch nicht bekannt, der Mittelländer konnte in den letzten Jahren nur einige wenige Wettkämpfe bestreiten. Zenger seinerseits kehrte erst beim Bernjurassischen ins Sägemehl zurück. Er muss braucht noch einige Wettkämpfe um sich wieder an seine Form heranzutasten.

Käser in bestechender Form
Seine Form bereits gefunden hat der 19 jährige Remo Käser aus Alchenstorf. Mit dem Sieg über Schwingerkönig Kilian Wenger, anlässlich des Mittelländischen Schwingfest in Rychigen, hat er bewiesen, dass er nun auch für ganz grosse Aufgaben gewachsen ist. In der Zwischenzeit hat er zudem die Lehrabschlussprüfung als Spengler erfolgreich bestanden und kann somit noch unbeschwerter ans Werk gehen.
Berechtigte Hoffnung auf den Kranz dürfen sich aus dem Berner Lager die Oberländer Hanspeter Luginbühl und Reto Schmid machen, sowie der Emmentaler Christian Gerber und der Oberaargauer Stefan Studer, welche beide in dieser Saison bereits am Schwarzsee zu Kranzehren kamen.

Südwestschweizer klare Aussenseiter
Einmal mehr müssen sich die Südwestschweizer mit der Aussenseiterchance begnügen. Immerhin erkämpfte sich mit William Häni in dieser Saison bereits ein Westschweizer am Schwarzsee einer dieser begehrten Kränze und Michael Matthey reihte sich am Innerschweizerischen etwas überraschend unter die Kranzgewinner.
Ob am Samstag weiteres Eichenlaub dazu kommt ist fraglich. Am ersten kämen dafür noch Benjamin Gapany oder Pascal Piemontesi in Frage.
Es ist nicht davon auszugehen, dass der momentan einzige Eidgenosse im Südwestschweizer Lager Michael Nydegger, am Samstag sein Comeback gibt. Der Freiburger plagt sich immer noch mit einer hartnäckigen Verletzung herum.

Spitzenpaarungen Weissenstein Schwinget
Bieri Christoph – Siegenthaler Matthias
Gisler Bruno – Sempach Thomas
Räbmatter Patrick – Stucki Christian
Stalder Remo – Zenger Niklaus
Erb Roger – Kämpf Bernhard
Bächli Michael – Käser Remo
Henzer Andreas – Gapany Benjamin
Alpiger Nick – Dind Samuel
Blatter Lorenz – Gerber Christian
Vieira Tiago – Schmid Reto
Stüdeli Thomas – Schenkel Adrian
Studinger Stephan – Piemontesi Pascal
Studinger Mathias – Luginbühl Hanspeter
Schmid David – Roschi Ruedi
Waldner Patrick – Cropt Harald

 

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