15.06.16

Vorschau Schwarzsee-Schwinget 2016: Topbesetzung am Schwarzsee-Schwinget

Plaffeien FR – Am kommenden Sonntag den 19.6.2016 findet das diesjährige Schwarzsee-Schwinget statt. Wie bereits im Vorjahr wird der Anlass wiederum am Ersatzort in Plaffeien ausgetragen. Es sind 22 Eidgenossen für das legendäre Bergfest in der Südwestschweiz gemeldet. Angeführt wird das Teilnehmerfeld von den drei Schwingerkönigen Matthias Sempach, Kilian Wenger und Nöldi Forrer. Mit Remo Käser, Samuel Giger und Armon Orlik figurieren zudem die drei momentan stärksten Newcomer im 90 köpfigen Aufgebot, welches neben den 35 gastgebenden Südwestschweizern, ebenso viele Berner, sowie 20 geladenen Gäste aus der Nordostschweiz umfasst.
Das Anschwingen beginnt um 8.30 Uhr, der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt. Aufgrund der prekären Wettersituation wird zwischen 6.00 – 8.30 Uhr in Plaffeien mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet. Daher werden die Besucher gebeten wenn möglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, oder Fahrgemeinschaften zu bilden.Wir bitten daher alle Schwingfest-Besucher nach Möglichkeit Fahrgemeinschaften zu bilden oder den öffentlichen Verkehr zu benutzen. Wer nicht auf das Auto verzichten kann, sollte genügend Fahrzeit einrechnen und frühzeitig anreisen. Wir freuen uns auf euch! Bis am Sonntag!
schwingenonline.ch ist am Schwarzsee-Schwinget am Sonntag live vor Ort und berichtet auf der Facebook-Fanpage laufend mit aktuellen Resultaten, Ranglisten und Fotos aus der Südwestschweiz.

von René Willener (rw), schwingenonline.ch

Vorgeschmack auf Estavayer
Mit 22 gemeldeten Eidgenossen darf der diesjährige Schwarzsee-Schwinget als einer der Höhenpunkte der aktuellen Schwingsaison bezeichnet werden. Während die gastgebenden Südwestschweizer im Kampf um den Tagessieg und die Kränze kaum eine grosse Rolle spielen werden, liegt der Fokus in erster Linie auf das Aufeinandertreffen der Berner und Nordostschweizer Schwingelite, welche mit wenigen Ausnahmen praktisch in Topbesetzung antreten werden.
Ob Schwingerkönige, Unspunnensieger, Kilchbergsieger, Kranzfestsieger oder Gewinner des eidgenössischen Nachwuchsschwingertages, die Besucher dürfen sich auf Schwingkost vom Feinsten freuen. Es zeichnen sich einige Paarungen ab, welche sich in gut zwei Monate beim Saisonfinale in Estavayer wiederholen könnten. Für Spannung ist am Sonntag in den Freiburger Voralpen jedenfalls gesorgt.
Die einzige bange Frage ist momentan nur, ob sich auch Petrus endlich von der königlichen Seite zeigen wird. Schliesslich dominierte in dieser Saison auf den Tribünen der Schwingplätze meistens die Pelerine klar vor dem Sonnenhut.

Berner wollen die Schmach aus dem Vorjahr vergessen machen
Das Ziel der Berner ist klar. Neben dem Festsieg werden auch die meisten Kranzgewinne angestrebt. Im Vorjahr schwang der momentan stärkste Teilverband zwar acht Kränze heraus, musste jedoch zusehen wie sich zwei Innerschweizer Gäste im Schlussgang gegenüberstanden und mit Joel Wicki schliesslich auch den Festsieger stellten. Dies soll sich in diesem Jahr natürlich nicht wiederholen. Anders als vor Jahresfrist tritt das Berner Team praktisch in Topbesetzung an. Einzig hinter dem Gesundheitszustand von Matthias Siegenthaler steht weiterhin ein Fragezeichen. Es ist zu erwarten, dass der Emmentaler erst in einer Woche beim eigenen Gaufest in Summiswald zurückkehren wird. Zudem brach Hansruedi Lauper kürzlich beim Oberländischen in Aeschi den Wettkampf vorzeitig ab.
Als Favoriten gelten einmal mehr die üblichen Verdächtigen. Christian Stucki, Matthias Sempach, Simon Anderegg, Thomas Zaugg, Kilian Wenger und Matthias Siegenthaler konnten in der Vergangenheit bereits am Schwarzsee gewinnen. Mit vier Vollerfolgen zählt dabei Christian Stucki sogar zu den erfolgreichsten Schwarzsee-Triumphatoren der Neuzeit. Der bisher einzige Sieg aus dem Jahre 2006 von Schwingerkönig Matthias Sempach liegt dagegen schon einige Zeit zurück. Zudem musste er diesen mit Hanspeter Pellet und Mario Thürig teilen. Daher wird der Oberaargauer alles daran setzen sich erneut in die glorreiche Siegesliste einzutragen. Neben den erwähnten Eidgenossen können die Berner noch auf weitere Topschwinger mit Ambitionen auf den Festsieg zählen. In einer wahren Topform präsentierte sich zuletzt immer wieder der Oberländer Bernhard Kämpf. Der Festsieg am Oberländischen war der verdiente Lohn des bisherigen gezeigten in dieser Saison. Der Erfolgshunger wird beim Sigriswiler dadurch noch längst nicht gestillt sein. Ebenfalls immer wieder für einen Exploit bereit sind die bewährten Kräfte wie Matthias Glarner, Thomas Sempach, Willy Graber oder Florian Gnägi. Mit den Nicht-Eidgenossen Remo Käser und Matthias Aeschbacher besitzen die favorisierten Berner zudem noch zwei ganz heisse Geheimwaffen in der Hinterhand, welche ebenfalls den Status des Kranzfestsiegers besitzen und sich auf demselben Level der Eidgenossen bewegen.
Mit dieser geballten Ladung von Topfavoriten sollte der Sieg nach einem Jahr Pause wiederum über die Berner führen.

Nordostschweizer als Spielverderber?
Nach den Rücktritten einigen dominierenden Persönlichkeiten, taten sich die Nordostschweizer, welche vor Jahren ähnlich dominant wie momentan die Berner auftraten und dabei die Schwingerszene praktisch nach Belieben prägten, in den vergangenen Jahren relativ schwer und konnten kaum mehr an die guten Leistungen der vergangenen Tage anschliessen.
Nun hat sich dank einigen aufstrebenden Jungschwingern die Lage verbessert und der Nordostschweizerische Teilverband wird wieder als wahrer Herausforderer wahrgenommen. Für diesen Umschwung stehen in erster Linie zwei Namen. Armon Orlik, welcher in dieser Saison bereits drei Kranzfeste für sich entschied, sowie der Sieger vom Zürcher Kantonalen Samuel Giger. Giger konnte sich zudem in dieser Saison bereits einmal mit den Bernern messen und reihte sich beim Oberaargauischen hinter dem überlegenen Festsieger Matthias Sempach auf dem geteilten zweiten Schlussrang ein. Um einen weiteres Ausrufezeichen ausserhalb der Teilverbandsgrenze zu setzen, benötigen die beiden Hoffnungsträger natürlich am Sonntag auch die Unterstützung ihres Teams.
Dies umfasst nicht weniger als sieben Eidgenossen. Michael Bless konnte mit dem Sieg am Bern-Jurassischen bereits ein Zeichen setzen, welches den Gastgebern damals natürlich nicht sonderlich gefiel. Bei Nöldi Forrer ist es zuletzt wie mit dem Wein, desto älter desto besser. Zudem sind Schwinger wie Raphael Zwyssig, Roger Rychen, Michael Rhyner oder Tobias Krähenbühl immer wieder für eine Überraschung gut. Mit Marcel Kuster, den Gebrüdern Schneider und vor allem Fabian Kindlimann, figurieren auch einige Schwinger im 20 köpfigen Aufgebot, welche sehr schwer zu bezwingen sind.

Gelingt wiederum einen Kranzgewinn für die Südwestschweizer?
Für die Gastgeber wäre bei dieser Besetzung bereits ein Kranzgewinn ein Achtungserfolg. Im Vorjahr gelang dieses Ziel dem Freiburger William Häni und bei der vorletzten Austragung holten sich mit Benjamin Gapany und Pascal Piemontesi sogar zwei Südwestschweizer das begehrte Eichenlaub. Mit Samuel Dind und Michael Nydegger figurieren zwei weitere Schwinger im 35 köpfigen Kader der Einheimischen, welche in ihrer Karriere ebenfalls bereits zu Bergkranzehren kamen, jedoch noch nie am Schwarzsee.
Beste Aussichten auf eine Kranzauszeichnung besitzt jedoch momentan Steven Moser. Beim Südwestschweizerischen wurde der 20 jährige Freiburger erst im Schlussgang von Christian Stucki gestoppt. Zuvor sammelte der gelernte Polymechaniker in dieser Saison bereits drei Kränze. Einen davon Anfang Mai beim Mittelländischen in Oberbalm als Gästeschwinger.
Ob ihm dieses Kunststück auch am Sonntag im heimischen Plaffeien gelingt, wird sich zeigen.

 

Spitzenpaarungen Schwarzsee-Schwinget 2016

Sempach Matthias*** – Bösch Daniel***
Wenger Kilian*** – Forrer Arnold***
Stucki Christian*** – Bless Michael***
Käser Remo** – Orlik Armon**
Glarner Matthias*** – Nydegger Michael***
Gnägi Florian*** – Rhyner Michael**
Siegenthaler Matthias*** – Moser Steven**
Gapany Benjamin** – Notz Beni***
Zwyssig Raphael*** – Graber Willy***
Eugster Ruedi** – Kämpf Bernhard***
Piemontesi Pascal** – Glaus Martin***
Sempach Thomas*** – Roch Vincent**
Zenger Niklaus*** – Kuster Marcel**
Zaugg Thomas*** – Battaglia Ursin**
Dind Samuel** – Anderegg Simon***
Wampfler Beat*** – Guisolan Marc**
Schneider Domenic** – Aeschbacher Matthias**

 

 

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