Vorschau: Schwägalp-Schwinget 2012 – Nordostschweizer sind gefordert
Schwägalp – Am Sonntag, 19. August 2012 (Anschwingen 8.30 Uhr) treffen sich die besten Nordostschweizer Schwinger und 15 hochkarätige Gäste aus dem Kanton Bern sowie der Innerschweiz, zum traditionellen Bergkranzfest auf der Schwägalp. Die herrliche Schwingarena liegt auf der Wasserscheide Appenzell und Toggenburg am Fusse des Säntis.
Das Organisationskomitee um Präsident Niklaus Hörler erwartet am Sonntag über 10‘000 Zuschauer. Sämtliche Sitzplätze sind seit einiger Zeit ausverkauft. An der Tageskasse können Stehplatztickets bezogen werden, welche eine gute Sicht auf den Schwingplatz garantieren. Den Zuschauern wird empfohlen, mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen. Das Postauto verkehrt ab Urnäsch oder Nesslau.
Ab den PW-Parkplätzen steht ein Shuttlebus zur Verfügung, die Parkplätze sind jedoch zum Teil weit vom Festgelände entfernt.
90 Schwinger, darunter 27 gemeldete Eidgenossen, kämpfen auf den drei Schwingplätzen um den Siegermuni „Aschi“, und um einen der begehrten Schwägalp-Kränze (es werden maximal 16 Kränze abgegeben). Der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt.
von RENÉ WILLENER (rw), schwingenonline.ch
Revanche beim Saisonhöhepunkt?
Im Jahr ohne eidgenössischen Anlass, darf das diesjährige Bergkranzfest auf der Schwägalp klar als einer der Höhepunkte im Schwingkalender 2012 bezeichnet werden. Dies vor allem dank der Tatsache, dass neben den Gastgebern aus der Nordostschweiz, mit dem Bernisch Kantonalen und dem Innerschweizerischen Schwingerverband die zurzeit drei stärksten Teilverbände am Wettkampf teilnehmen. Mit Unspunnensieger Daniel Bösch, Schwingerkönig Nöldi Forrer, Saison-Dominator Matthias Sempach, Kilchbergsieger Christian Stucki, ISV-Leader Adi Laimbacher und Supertechniker Andreas Ulrich, sind sämtliche Spitzenschwinger vertreten, welche diese Saison geprägt haben.
Zudem erhoffen sich die Einheimischen eine Revanche für den NOS-Sieg von Sempach und für die nicht optimal ausgefallenen Leistungen von Bösch und Forrer am vergangenen Sonntag am Bernisch Kantonalen in Herzogenbuchsee. Beide Eidgenossen haben den Kranz nur mit sehr viel Glück und im letzten Kranzrang (56.00 Punkte) ergattert. Die Innerschweizer ihrerseits wollen sich für den Festsieg von Forrer beim ersten Bergkranzfest auf dem Stoos revanchieren.
Da die vier meistgenannten Favoriten am vergangenen Sonntag im Oberaargau nicht gegeneinander angetreten sind, dürfen sich die Schwägalp Zuschauer auf einige absolute Spitzenpaarungen freuen. Gut möglich, das sich daher Sempach und Stucki bereits im ersten Gang mit Bösch und Forrer messen. Dabei startet der Alchenstorfer aus der Poleposition. Er bezwang diese Saison den Unspunnensieger Bösch im Schlussgang in Silvaplana und teilte am selben Tag die Punkte mit dem Schwingerkönig Nöldi Forrer. Der diesjährige fünffache Kranzfestsieger gilt daher als klarer Favorit. Um erstmals auf der Schwägalp zu triumphieren, braucht es eine weitere absolute Topleistung von Sempach, denn er muss sich auf einige „Brocken“ gefasst machen.
Forrer zum Vierten?
Bereits dreimal ziert die Gravur mit der Aufschrift Nöldi Forrer den Siegesstein. Der fünffache Eidgenosse ist damit Rekordhalter auf der Schwägalp. Mit Oldie Stefan Burkhalter startet ein weiterer Schwägalpsieger in den Wettkampf. Der Thurgauer Landwirt gewann im Jahre 2010 und teilte sich 2006 den Sieg mit Jörg Abderhalden und Adi Laimbacher. Wie schon erwähnt, könnte mit Daniel Bösch ein weiterer Nordostschweizer nach der diesjährigen Austragung dazu stossen. Zum erweiterten Favoritenkreis der Einheimischen zählen die Eidgenossen Jakob Roth, Beat Clopath, Michael Bless, Martin Glaus, Urban Götte oder der Bündner Edi Philipp, der schon zweimal beim Bergklassiker im Schlussgang stand (2009 und 2010) und bereits sieben Schwägalp-Kränze gewann!
Oder erneut ein Gästesieg auf der Schwägalp?
Letztes Jahr fand der Schlussgang ohne NOS-Vertreter statt. Christian Schuler gewann dabei im innerschweizerischen Finale das Duell gegen seinen Klubkameraden Martin Grab (beide Schwinger bestreiten dieses Jahr zeitgleich das Südwestschweizerische und sind daher nicht am Start).
Ob sich die Gästeschwinger auch in diesem Jahr durchsetzen, wird sich zeigen.
Beste Aussichten besitzen wie schon erwähnt die beiden Berner Topfavoriten Sempach und Stucki. Mit Matthias Siegenthaler, Thomas Zaugg, Willy Graber, Matthias Glarner, Simon Anderegg und Florian Gnägi folgen weitere Spitzenschwinger aus dem Kanton Bern, die einen absoluten Spitzenplatz anvisieren.
Beste Aussichten aus dem Lager der Innerschweizer besitzen die beiden Eidgenossen vom Schwingklub am Mythen. Adi Laimbacher teilte sich den Sieg im Jahr 2006 und dominierte zusammen mit Andreas Ulrich die Schwingszene in der Innerschweiz. Schon positive Bekanntschaft mit den NOS-Schwingern machte der Obwaldner Peter Imfeld aus Lungern, der in Silvaplana mit dem geteilten zweiten Rang überzeugte. Er zählt wie Ueli Banz, Andi Imhof und Martin Koch zum erweiterten Favoritenkreis der Innerschweizer.
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