12.08.15

Vorschau Schwägalp Schwinget 2015: Berner ohne Könige auf der Schwägalp

Schwägalp AR – Auf der Schwägalp steigt am kommenden Sonntag 16. August 2015 das letzte Bergkranzfest der Saison 2015. In einer der schönsten Bergarenen werden am Sonntag 90 Schwinger aus den Teilverbänden Nordost- und Südwestschweiz sowie aus dem Kanton Bern erwartet. Unter all den Schwingern befinden sich 19 Eidgenossen.
schwingenonline.ch ist auf der Schwägalp am Sonntag live vor Ort und berichtet auf der Facebook-Fanpage laufend mit aktuellen Resultaten, Ranglisten und Fotos vom Fusse des Säntis.

von Pascal Schönenberger (ps), schwingenonline.ch

Druck auf Berner steigt
Nach der verletzungsbedingten Absage von Matthias Sempach, muss jetzt auch der Schwingerkönig von Frauenfeld, Kilian Wenger, nach einer Schulterverletzung Forfait für das Fest am Fusse des Säntis geben. Dies hat zur Folge, dass das Berner Team um einen weiteren Eidgenossen verzichten muss. In der aktuellen Saison bemerkte man, dass durch die Verletzung von Matthias Sempach der Teamleader verloren gegangen ist und dies bereits am Schwarzsee Schwinget bemerkbar wurde. Trotz dieses Verlustes erkämpften sich die Berner an den jeweiligen Bergfesten die meisten Kränze und konnten auf dem Weissenstein und dem Brünig den Sieg feiern. Ob die Absage von Kilian Wenger Auswirkungen auf das Team hat, zeigt sich am Sonntag auf der Schwägalp. Sicher ist, dass jetzt Christian Stucki alleine die absolute Favoritenrolle übernimmt.

Stucki neuer Teamleader?
Stucki kehrt auf der Schwägalp nach dreiwöchiger Pause zurück ins Sägemehl und gehört nach seinem Triumpf auf dem Weissenstein zum engsten Favoritenkreis. Der Seeländer traf in dieser Saison bereits einmal auf die Ostschweizer. Am NOS Schwingfest in Wald dominierte er in den ersten beiden Gängen das Geschehen. Nach dem ersten Bremser vor dem Mittag gegen den Bündner Armon Orlik, brachte er auch gegen den Uzwiler Andy Büsser kein Resultat zu Stande und verabschiedete sich aus dem Rennen für den Festsieg. Stucki muss nebst seiner Favoritenrolle auch die Rolle des Teamleaders auf der Schwägalp übernehmen, was für ihn kein leichtes Unterfangen werden wird.

Anderegg, Glarner, Gnägi, Kämpf, Siegenthaler und Zaugg in Lauerstellung
Trotz des Verlustes von Sempach und Wenger stehen hinter Christian Stucki fünf weitere gestandene Schwinger im Hintergrund, welche für das Berner Team enorm wichtig sind. Thomas Zaugg konnte am letzten Auftritt der Berner auf der Schwägalp überraschend das Fest zu seinen Gunsten entscheiden. In dieser Saison lief es dem Emmentaler jedoch noch nicht ganz perfekt. So brauchte er für seinen 100. Kranz zwei Anläufe und am Brünig Schwinget musste er das Fest trotz eines guten Notenblattes den Nachhauseweg ohne Kranz antreten. Ihm kann man jedoch jederzeit alles zutrauen.
Die Konstant von Florian Gnägi und Bernahrd Kämpf ist an keinem Fest gleich, dies macht die beiden Eidgenossen auch unberechenbar. Der Oberländer Kämpf und der Seeländer Gnägi starteten am vergangen Wochenende am Nordwestschweizer Schwingfest, wo beide bereits vor der Mittagspause keine Ansprüche auf den Tagessieg setzen konnten. Wenn sie am Sonntag ein Wort um den Tagessieg mitsprechen wollen, müssen beide Schwinger noch einen Schritt wagen, sonst ist eine Schlussgangteilnahme eher fraglich.
Bei Matthias Siegenthaler ist die momentane Verfassung ebenfalls fraglich, trotz seines erkämpften Kranzes auf dem Brünig, fehlt dem Emmentaler die Routine nach seiner Verletzung. Wenn er jedoch so kämpft wie auf dem Brünig und bis zum Ende durchbeisst, ist er ein heisser Kandidat für den Festsieg.
Matthias Glarner ist der konstanteste Schwinger im Berner Team. Mit seiner dritten Schlussgangteilnahme in Serie auf dem Brünig bestätigte er dies erneut. Zusammen mit seinem Cousin Simon Anderegg ist er auf der Schwägalp eine wichtige Teamstützte welche vielleicht durch das Versagen der absoluten Spitze in den Vordergrund rücken kann. Für Spannung auf der Schwägalp ist sicherlich gesorgt.

NOS kann nur gewinnen
Für den Technischen Leiter der Nordostschweizer Schwinger, Beat Abderhalden, wird es am kommenden Sonntag kein leichtes Unterfangen in der Einteilung. Seine Schwinger befinden sich nach dem Abgängen von Abderhalden, Roth, Götte, Fausch und Philipp in einem Genrationenwechsel. Mit dem NOS Teamleader Daniel Bösch steigt der momentan beste Schwinger aus der Ostschweiz am Sonntag in den Kampf gegen die Berner. Er überzeugte an den letzen beiden Auftritten und besiegte gleich vier Eidgenossen. Mit den Siegen gegen Benji von Ah und Bruno Gisler setzte der Toggenburger am NWS ein Ausrufezeichen und steigt am Sonntag als Favorit in das Rennen.
Arnold Forrer wird auf der Schwägalp mehr eine Teamrolle als eine Favoritenrolle übernehmen. Der Schwingerkönig von Nyon erlitt am Sonntag in Schaffhausen eine Zerrung bei den Adduktoren und kann nicht 100% fit auf der Schwägalp starten. Trotzdem ist er dank seiner grossen Routine eine wichtige Stützte im NOS Verband.
Andy Büsser, Beat Clopath, Stefan Burkhalter und Raphael Zwyssig haben bei ihren Gastaufritten immer wieder bewiesen, dass sie zu den gestandenen Schwingern gehören und auch für die anderen Teilverbände ein Hindernis sind. Auch dank ihrer Erfahrung kann der NOS Verband am Sonntag nur profitieren und den Weg für den Festsieg entscheidend prägen.

Spannung mit dem Nachwuchs
Für Spannung sorgen werden auch die gemeldeten aufstrebenden jungen Schwinger. Die Berner senden mit Remo Käser und Matthias Aeschbacher zwei dominierende Schwinger der jungen Generation auf die Schwägalp. Käser überzeugte mit seinen Siegen gegen Eidgenossen und gegen den Schwingerkönig Kilian Wenger in dieser Saison. Aeschbacher feierte in dieser Saison seinen ersten Kranzfestsieg am Oberländischen Schwingfest und wird auf der Schwägalp ebenfalls für gewissen Nervenkitzel in den Zuschauerrängen sorgen.
Bei den Nordostschweizern starten mit Samuel Giger und Armon Orlik gleich zwei Schwinger, welche die Saison in der Ostschweiz geprägt haben. Giger feierte am Sonntag seinen ersten Kranzfessieg im Alter von 17 Jahren und klassierte sich an seinen restlichen Schwingfester jeweils ganz vorne auf der Rangliste. Auch Orlik feierte in der laufneden Saison seinen ersten Kranzfestsieg. Am Zürcher Kantonalschwingfest sicherte er sich den Sieg im Schlussgang gegen Samir Leuppi und bestätigte seine aktuelle Top Form mit dem Kranz auf dem Stoos. Auch die beiden Sennenschwinger werden am Sonntag für Stimmung sorgen.

Südwestschweizer mit Kranzhoffnung
Für die Südwestschweizer Schwinger wird der Aufrtritt auf der Schwägalp zum Kampf um die Kranzränge werden. Der kleinste und schwächste Teilverband kann jedoch mit einer guten Teamleistung auf das begehrte Eichenlaub hoffen. Benjamin Gapany, Stéphane Haenni, William Häni und Michael Matthey hätten das Zeug dazu einen Kranz zu erschwingen. An ihren beiden Auftritten am Schwazsee und am Weissenstein Schwinget sicherten sie sich drei Kränze. Ob am Sonntag am Fusse des Säntis noch weitere Kränze dazukommen, wird sich am Abend zeigen.

Spitzenpaarungen Schwägalp Schwinget 2015
Forrer Arnold – Stucki Christian
Bösch Daniel – Kämpf Bernhard
Büsser Andy – Glarner Matthias
Kindlimann Fabian – Gnägi Florian
Zwyssig Raphael – Anderegg Simon
Burkhalter Stefan – Zaugg Thomas
Giger Samuel – Siegenthaler Matthias
Notz Beni – Zenger Niklaus
Orlik Armon – Käser Remo
Rhyner Michael – Aeschbacher Matthias
Leuppi Samir – Lengacher Jonas
Peng Mike – Gapany Benjamin
Schneider Domenic – Matthey Michael

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