31.07.13

Vorschau Nordwestschweizer Schwingfest 2013: Härtetest für Bruno Gisler

Allschwil BL – Am kommenden Sonntag den 4. August 2013 findet in Allschwil das diesjährige Nordwestschweizerische Schwingfest statt. Es ist das letzte Teilverbandsfest in dieser Saison. Die letzte Chance für die Nordwestschweizer Schwinger sich für das Kader des Eidgenössischen aufzudrängen. Es werden 7 Eidgenossen erwartet. Unter ihnen mit Matthias Sempach und Bruno Gisler zwei der zurzeit formstärksten Schwinger im Lande.
Der Wettkampf beginnt bereits um 8.30 Uhr mit dem Anschwingen. Der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt.
schwingenonline.ch ist in Allschwil am Sonntag live vor Ort und berichtet auf der Facebook-Fanpage laufend mit aktuellen Resultaten und Ranglisten  aus dem Kanton Baselland.

von René Willener (rw), schwingenonline.ch

Gisler und Sempach in der Favoritenrolle
Bruno Gisler startet am Sonntag aus der Favoritenrolle in den Wettkampf. Drei Kranzfestsiege konnte der Landwirt aus Rumisberg in dieser Saison bereits feiern. Vor allem bei seinen letzten beiden Auftritten  am Innerschweizerischen in Emmen und am Bergkranzfest auf dem Weissenstein demonstrierte Gisler seine aktuelle Topform.
Erster Herausforderer für den 29-jährigen Sennenschwinger ist der Berner Matthias Sempach aus Alchenstorf. Der 27-jährige Metzger und Landwirt ist neben Gisler einer der meistgenannten Favoriten auf den Königstitel. Zuletzt gewann Sempach souverän den Bergklassiker auf dem Brünig. Es war bereits sein vierter Kranzfestsieg in dieser Saison. Somit ist der letztjährige „Schwinger des Jahres“ auf dem besten Weg seine grandiose Saison aus dem Vorjahr zu wiederholen.
Für Sempach ist es das erste Kräftemessen in dieser Saison mit den Nordwestschweizern Schwingern. Ob der Berner am Sonntag bereits im Anschwingen auf Bruno Gisler trifft, oder ob auf ein Direktduell zum Auftakt verzichtet  wird, steht zurzeit noch nicht fest. Sollten sich die beiden Kontrahenten jedoch in Allschwil nicht im Ring gegenüberstehen, wäre dies eine mögliche Spitzenpaarung im ersten Gang beim Eidgenössischen in Burgdorf.
Die beiden letzten Duelle verliefen ausgeglichen. Vor Jahresfrist bodigte Sempach im Startgang seinen Rivalen anlässlich des Bernisch Kantonalen in Herzogenbuchsee. Dies war gleichzeitig die Revanche für den Auftakt auf dem Weissenstein im Jahre 2011. Damals gewann der Solothurner auf seinem Hausberg. Dieser Erfolg war jedoch nutzlos, weil das Fest kurze Zeit später wegen heftigen Gewittern abgebrochen wurde.

Christoph Bieri und die Gebrüder Thürig als erweiterte Favoriten der Einheimischen
Christoph Bieri greift als Titelverteidiger in Allschwil an. Letzte Saison dominierte der Untersiggenthaler mit sechs Siegen seine Konkurrenz nach Belieben. Es war der erste Teilverbandssieg für Bieri. Diese Saison startete der 27-jährige mit zwei Kranzfestsiegen beim Baselstättischen und dem Aargauer Kantonalen in die Saison. Den zweiten Erfolg teilte er sich zusammen mit Mario Thürig. Zuletzt waren bei Bieri die Leistungen durchzogen. Dies wegen verschiedenen Verletzungen vom Fuss über die Bauchmuskeln, die Leiste bis zum Finger. Auf dem Stoos und beim Innerschweizerischen verpasste er den angestrebten Kranz klar. Beim letzten Einsatz auf dem Weissenstein konnte sich der 62 fache Kranzschwinger jedoch wieder unter die Kranzgewinner reihen.
Neben Bieri ruhen die Hoffnungen der Einheimischen sicher auch auf Mario Thürig. Der 28 jährige Holzbau Techniker aus Möriken gewann in seiner Karriere bereits 12 Kranzfeste. Das letzte, wie bereits erwähnt zusammen mit Christoph Bieri beim diesjährigen Aargauer Kantonalen. Ein Triumpf beim eigenen Teilverbandsfest blieb dem Aargauer bisher jedoch verwehrt. In den Jahren 2011, 2010, 2009 und 2007 musste Thürig jeweils mit dem Ehrenplatz vorlieb nehmen.
Nicht viel besser erging es dabei seinem 31 jährigen Bruder Guido Thürig. Er verpasste einen angestrebten Festsieg am Nordwestschweizerischen in den Jahren 2005, 2004 und 2002 nur ganz knapp und wurde jeweils ebenfalls Zweiter.
Beide Schwinger haben in der Vergangenheit jedoch bewiesen, dass sie durchaus in der Lage sind ein Teilverbandsfest zu gewinnen. Mario gewann 2006 das Innerschweizerische und Guido vor Jahresfrist das Südwestschweizerische.

Nordwestschweizer Mittelschwinger auf dem Prüfstand
Beim Weissenstein-Schwinget wurde den Einheimischen klar aufgezeigt, dass hinter den aktuellen Eidgenossen momentan im Nordwestschweizerischen Schwinger Verband nur ein schmales Kader von starken Mittelschwingern anzutreffen ist.
Einzig Remo Stalder und Patrick Räbmatter konnten diese Saison bereits vier Kränze herausschwingen und führen zusammen mit Michael Gschwind, Andreas Henzer, Jürg Mahrer, Henric Thoenen und Cedric Huber welche allesamt drei Kranzauszeichnungen ergattert haben dieses Mittelfeld an.
Speziell wird der Auftritt für den grössten Defensiv-Schwinger in den Reihen der Nordwestschweizern Andreas Henzer. Schliesslich findet das Fest in seiner Heimatgemeinde statt.
Thomas Stüdeli, Marcel Kropf, Lorenz Blatter, Matthias Arnold oder Roger Erb sind weitere Mittelschwinger, welche am Sonntag um Eichenlaub kämpfen.

Graber und Imfeld neben Sempach zwei weitere Eidgenossen zu Gast in Allschwil
Neben Matthias Sempach schicken die Berner mit Willy Graber eine weitere starke Persönlichkeit ins Rennen. Graber ist bekannt, für seine eigenartige Schwingtechnik in dem er seine meist körperlich überlegenen Gegner immer wieder spektakulär auf den Rücken befördert. Graber hat gute Erinnerungen an die Nordwestschweiz. Schliesslich gewann er im vergangenen Jahr das Baselstätische in Riehen.
Die Innerschweizer werden vertreten durch zwei Schwinger welche vor Wochenfrist auf dem Brünig ihre Spuren hinterliessen. Peter Imfeld aus Lungern gewann dabei seinen 10. Brünigkranz, den 74. in seiner Karriere. Letztes Jahr bewies der 32 jährige Maurerpolier, dass er auch in der Fremde und nicht nur in seiner näheren Umgebung Topleistungen bringen kann. Mit dem zweiten Platz am Nordostschweizerischen in Silvaplana, war er neben Festsieger Matthias Sempach der Mann des Tages. Wird das Duo Imfeld und Sempach auch in Allschwil zum grossen Wurf ansetzen? Für grossen Unterhaltungswert auf dem Schwingplatz sorgte zuletzt der zweite Innerschweizer Vertreter Marcel Mathis. Der 24-jährige Landwirt aus Büren setzte in den letzten zwei Wochen mehrere Duftmarken auf den Schwingplätzen. Mathis ist bekannt, dass er vor allem gegen überlegene Gegner immer wieder überrascht. Letzte Saison wurde er als Dank dieser Tatsche, anlässlich der Nacht des Schwingsports zum Newcomer des Jahres gewählt. Unter den letzten Opfern des sympathischen Nidwaldner befinden sich mit Nöldi Forrer und Martin Koch auf dem Weissenstein und neulich mit Kilian Wenger und Simon Anderegg auf dem Brünig vier ganz grosse Namen, welche die Schwingsaison 2013 zurzeit an vorderster Front mitprägen. Findet der 30 fache Kranzschwinger am Sonntag ein nächstes prominentes Opfer?

Pascal Gurtner und Markus Schläpfer vertreten die Nordostschweiz. Der Appenzeller Schläpfer ersetzt dabei den gemeldeten Stefan Burkhalter. Der Nordostschweizer Routinier leidet momentan noch an einer Verletzung die er sich anlässlich des Bergfestes am Schwarzsee zugezogen hat. Er plant sein Comeback für den Schwägalp-Schwinget, wie er auf Anfrage von Schwingenonline mitteilte. Beide Schwinger gewannen während der aktuellen  Saison bereits fünf Kränze und zählen somit zu Anwärtern auf Eichenlaub in Allschwil.

Für die beiden Südwestschweizer Cedric Brasey und Jonathan Giroud wird es hingegen auch in der Nordwestschweiz schwierig sich unter die Kranzgewinner zu reihen.

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