20.08.15

Vorschau Bernisch Kantonales Schwingfest 2015: Offene Ausgangslage vor dem Bernisch Kantonalen

Seedorf BE – In der Gemeinde Seedorf findet am kommenden Sonntag den 23. August 2015, das diesjährige Bernisch Kantonale Schwingfest statt. Es ist der Abschluss der diesjährigen Kranzfeste. Der Wettkampf beginnt um 8.00 mit dem Anschwingen, der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt. Sämtliche Sitzplätze sind seit längerem restlos ausverkauft. Es werden gegen 10 000 Zuschauer erwartet. Unter den 140 teilnehmenden Schwingern befinden sich nicht weniger als 14 eidgenössische Kranzschwinger. Die Berner stehen in der Favoritenrolle. Bei den momentanen Kräfteverhältnisse würde ein Gästesieg einer kleineren Sensation gleich kommen. Für Christian Stucki geht es zudem um den Gewinn in der Jahrespunkteliste. Matthias Glarner winkt die Chance auf den 100. Kranzgewinn.
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von René Willener (rw), schwingenonline.ch

Kann Stucki Bösch im Fernduell noch vom Thron stossen?
Aus der absoluten Poleposition auf den Festsieg startet einmal mehr der Seeländer Christian Stucki. In den Jahren 2008 und 2009 konnte sich Stucki bereits in die Siegesliste eintragen lassen. Im Jahre 2010 stand er zudem im Schlussgang. Für den mittlerweile 104-fachen Kranzgewinner, geht es am Sonntag zudem noch um eine weitere Wertung.
Mit dem Sieg in Seedorf würde Stucki den momentan führenden Daniel Bösch in der offiziellen Jahrespunkteliste der Fachzeitschrift Schlussgang, auf der Schlussgerade noch abfangen und könnte diese prestigeträchtige Wertung nach 2009 zum zweiten Mal für sich entscheiden. Bei einer Schlussgangteilnahme müsste der 31 jährige Familienvater zudem drei Eidgenössische Kranzschwinger auf den Rücken befördern, ansonsten geht diese Wertung erstmals an den Toggenburger Bösch.

Glarner mit Chance zum 100. Kranz
Ebenfalls noch minimale Chancen auf den ersten Platz hat der Meiringer Matthias Glarner, dies nicht zuletzt dank seinem Co-Sieg vor Wochenfrist auf der Schwägalp. Glarner müsste jedoch neben dem Festsieg, nicht weniger als fünf Eidgenossen aus dem Weg räumen. Dies scheint jedoch eher unwahrscheinlich, schliesslich legte Glarner bei seinen neun Kranzfesteinsätzen gesamthaft „erst“ deren fünf aufs Kreuz. Dennoch darf der Oberländer auf eine starke bisherige Saison zurückblicken. Neben dem geteilten Sieg auf der Schwägalp, konnte Glarner auch das Oberaargauische und Seeländische zu seinen Gunsten entscheiden. Zudem konnte er bei sämtlichen Anlässen Kranzgeschmückt die Heimreise antreten. Dank dieser Tatsache winkt dem Sennenschwinger zum Saisonabschluss die Chance auf den 100. Kranzgewinn. Kann der 3 fache Eidgenosse dieses Jubiläum sogar mit dem Festsieg krönen? Oder flattern bei Glarner am Sonntag sogar die Nerven, wie zuletzt bei anderen Routiniers welche die 100. Marke jeweils nicht beim ersten Anlauf egalisierten. Bei seiner Konstanz sollte er im Minimum den angestrebten Kopfschmuck erreichen.

Offene Ausgangslage wie selten in den letzten Jahren
Neben den beiden erwähnten Schwingern stehen gibt es weitere Namen, welche für den Festsieg in Frage kommen. Die Ausgangslage ist nach den verletzungsbedingten Ausfällen der beiden Schwingerkönige Matthias Sempach und Kilian Wenger, welche beide bereits zwei Mal beim Bernisch Kantonalen reüssierten, so offen wie selten in den vergangenen Jahren. Florian Gnägi, der Titelverteidiger wird dabei besonders motiviert ans Werk gehen. Schliesslich liegt Seedorf in unmittelbarer Nähe seiner Wohngemeinde Aarberg. Zudem zeigt seine Form deutlich nach oben. Die Schlussgangteilnahme auf der Schwägalp unterstreicht dies zusätzlich. Mit Brünigsieger Bernhard Kämpf, den Emmentalern Matthias Siegenthaler, Thomas Sempach und Thomas Zaugg sowie der wiedererstarkt Simon Anderegg stehen weitere Mitfavoriten im Aufgebot des gastgebenden Bernischen Schwingerverband.

Remo Käser mit erstem Teilverbandskranz?
Hinter den arrivierten Spitzenschwinger folgen weitere aufstrebenden Schwinger, welche in der Lage sind die Gäste in Schach zu halten, und zu den sicheren Kranzsammlern zählen. Zu diesen Schwingern zählen die Oberländer Hanspeter Luginbühl, Jonas Lengacher, Reto Schmid und Alexander Kämpf , die Emmentaler Matthias Aeschbacher, Christian Gerber, Damian Gehrig, Patrick Schenk, die Seeländer Dominik Bloch und Dominik Roth, sowie der Mittelländer Adrian Schenkel, sowie die Oberaargauer Simon Röthlisberger, Stefan Studer und Stephan von Büren.
Natürlich darf der Name von Remo Käser in dieser Auflistung nicht fehlen. Der aufstrebenden Nachwuchsschwinger zählt sogar zu den erweiterten Favoriten. In erster Linie geht es jedoch für den Sohn von Schwingerkönig Adrian Käser um den Kranzgewinn. Ein Teilverbandskranz fehlt ihm bisher in seiner Kranzsammlung. Vor Jahresfrist musste er den Wettkampf verletzungsbedingt aufgeben, am diesjährigen Nordostschweizerische verpasste Käser das angestrebte Eichenlaub nur knapp.

Starke Gästeschwinger wagen sich in die Höhle des Löwen
Nicht weniger als fünf Eidgenossen folgten der Einladung ins Bernbiet. Die Innerschweizer werden vom ISV- Sieger Andi Imhof und Christian Schuler vertreten. Beide haben bereits mehrmals bewiesen, dass vor allem bei Grossanlässen mit ihnen zu rechnen ist. An das letzte Treffen mit den Bernern, haben die beiden Gästeschwinger sicher keine guten Erinnerungen. Am Brünig verpassten beide den Kranz, Imhof schied sogar nach vier Gängen aus. Im Anschwingen wurden ihnen mit Stucki und Glarner bereits zwei der momentan stärksten Einheimischen zugeteilt.
Die Eidgenossen Christoph Bieri und Remo Stalder versuchen ihr Glück für den Nordwestschweizerischen Schwingerverband. Bieri kam bisher nie richtig auf Touren und verpasste am Weissenstein und auf dem Brünig sogar den Kranz. Dank seiner Standfestigkeit ist es jedoch schier unbezwingbar und könnte am Sonntag für den einen oder anderen Berner zur unüberwindbaren Hürde werden. Remo Stalder ist für seine offensive Schwingweise bekannt. Dies führt jedoch nicht immer zum ersehnten Ziel. Dennoch zählt er zu den Anwärtern auf Eichenlaub.
Dasselbe gilt für den Appenzeller Raphael Zwyssig. Der Nordostschweizer konnte in dieser Saison mit dem Appenzeller Kantonalen seinen ersten Kranzfestsieg realisieren. Zwyssig wird begleitet vom überraschenden Sieger des diesjährigen Nordostschweizerischen Teilverbandsfestes, Michael Rhyner. Dieser wurde als Ersatz für den verletzten Marcel Kuster nachnominiert. Beide Schwinger mussten vor Wochenfrist die Schwägalp ohne Kranz verlassen und trafen dabei bereits auf mehrere Berner. In Seedorf bietet sich ihnen nun die Chance auf die Revanche.
Die Gästedelegation wird komplettiert von den beiden Südwestschweizern Samuel Dind und Johann Brocard. Dind hat in der Vergangenheit sein Potential immer wieder angedeutet und bereits gestandene Eidgenossen besiegt. In dieser Saison gewann Dind unter anderem das Walliser Kantonale und holte sich überraschend Eichenlaub auf dem Weissenstein. Dabei legte er keinen Geringeren als den Berner Matthias Siegenthaler aufs Kreuz. Ob es in Seedorf zwischen den beiden zum Wiedersehen kommt wird sich zeigen.

Spitzenpaarungen Bernisch Kantonales Schwingfest – Seedorf BE
Stucki Christian – Imhof Andi
Kämpf Bernhard – Bieri Christoph
Glarner Matthias – Schuler Christian
Siegenthaler Matthias – Gnägi Florian
Sempach Thomas – Zwyssig Raphael
Zaugg Thomas – Rhyner Michael
Anderegg Simon – Aeschbacher Marthias
Zenger Niklaus – Borcard Johann
Käser Remo – Stalder Remo
Lengacher Jonas – Dind Samuel

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