08.08.14

Vorschau Bernisch Kantonales Schwingfest 2014: Letzte Chance für die Kilchberg Selektion

St.Imier BE – Der Bernjurassische Schwingerverband organisiert am kommenden Sonntag den 10. August 2014, das diesjährige Bernisch Kantonale Schwingfest. Der Wettkampf in St.Imier beginnt um 8.00 Uhr mit dem Anschwingen, der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt. Unter den 140 teilnehmenden Schwingern befinden sich 18 eidgenössische Kranzschwinger. Beste Aussichten auf den Festsieg besitzen einmal mehr die drei Berner Teamleader Matthias Sempach, Kilian Wenger und Christian Stucki, welche dieses Fest allesamt bereits zwei Mal gewannen.
schwingenonline.ch ist in St. Imier am Sonntag live vor Ort und berichtet auf der Facebook-Fanpage laufend mit aktuellen Resultaten und Ranglisten vom lezten Teilverbandsfest dieser Saison.

von René Willener (rw), schwingenonline.ch

Letzter Formtest für Berner vor dem Kilchberg Schwinget.
Vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt greifen die Berner zum letzten Mal bei einem Ernstkampf zusammen. Wie bereits vor Jahresfrist stehen mit Matthias Sempach, Kilian Wenger und Christina Stucki wiederum die drei grössten Berner Trümpfe in der aussichtsreichsten Position um den begehrten Kantonalfestsieg. Vor allem Christian Stucki konnte nach mehreren Ehrenplätzen am Nordwestschweizerischen in Zuchwil endlich den ersten Vollerfolg feiern. Beim ersten Bergklassiker auf dem Stoos teilte sich der Seeländer den Festsieg im Rang 1b noch mit Kilian Wenger. Stucki wird in seiner näheren Umgebung einen weiteren Festsieg in Angriff nehmen. Es wäre für den Seeländer nach 2008 und 2009 der dritte Sieg beim Bernisch Kantonalen.
Ebenfalls in Topform befindet sich der diesjährige „Bergkönig“ Kilian Wenger. Der Schwingerkönig von Frauenfeld gewann sämtliche drei Bergfeste, welche er in dieser Saison bestreiten konnte. Zuletzt erstmals beim Bergklassiker auf dem Brünig. Im Schatten vom neuen Schwinerkönig Matthias Sempach konnte sich Wenger in dieser Saison enorm steigern und schwingt nach drei eher durchzogenen Jahren wiederum auf seinem gewohnten Niveau. Wenger steigt als Titelverteidiger in den Wettkampf. Vor Jahresfrist gewann der beliebte Oberländer im Schlussgang gegen Matthias Sempach, zuvor triumphierte Wenger im Jahre 2011 in Oberdiesbach.
Der Oberaargauer Matthias Sempach konnte seinen Königstitel aus dem Vorjahr bisher eindrücklich bestätigen und schwang bereits bei fünf  Kranzfesten oben aus. Mit einem weiteren Teilverbandsfestsieg, beim momentan stärksten Teilverband wäre der 28 jährige Alchenstorfer wiederum der absoluten Topfavoriten auf den Kilchbergsieg.
Hinter diesen drei Aushängeschildern, folgen mit Matthias Glarner und Florian Gnägi zwei weitere Schwinger in Lauerposition um den Festsieg. Während Gnägi vor allem zu Beginn der Saison überzeugte, kam Glarner im Verlaufe der Saison immer besser in Fahrt. Nach der Niederlage im Schlussgang vom Brünig, folgte vor Wochenfrist der geteilte Festsieg am Nordwestschweizerischen. Bereits am Seeländischen triumphierte der Meiringer und erbte den Sieg nach dem gestellten Schlussgang zwischen Christian Stucki und Kilian Wenger. Ebenfalls zwei Kranzfestsiege feierte Matthias Siegenthaler in der laufenden Saison. Durch eine leichte Hirnerschütterung konnte der Emmentaler zuletzt sein Potential nicht mehr abrufen und verpasste den angestrebten Brünigkranz. Wenn sich Siegenthaler von seiner Verletzung erholt hat, kann der Emmentaler am Sonntag zum grossen Wurf ansetzen. Die Eidgenossen Simon Anderegg, Willy Graber, Bernhard Kämpf, Thomas Sempach und Thomas Zaugg sollten nach dem bisherigen Saisonverlauf die Kilchberg Selektion auf sicher haben und können daher im Bernerjura unbeschwert angreifen. Mit dem nötigen Wettkampfglück liegt sogar die Schlussgangsqualifikation in Reichweite. Publikumsliebling Willy Graber gewann dieses Fest in den Jahren 2006 und 2007.Mit den zuletzt gezeigten Leistungen auf dem Weissenstein und dem Brünig wird sich der Oberländer Eidgenosse Beat Wampfler die Teilnahme beim Saisonhöhepunkt wahrscheinlich ebenfalls gesichert haben. Mit einem  Kranz am kommenden Sonntag, könnte sich der dreifache Familienvater die Selektion definitiv sichern.
Ob der zweite „Wackelkandidat“ Beat Salzmann überhaupt um seine letzte Chance schwingen kann, ist zurzeit noch unsicher. Der Emmentaler Neu-Eidgenosse verletzte sich anlässlich des Engstlen-Schwingets und musste im zweiten Gang nach einer Schulterverletzung den Wettkampf beenden.
Von den Nicht-Eidgenossen duellierten sich noch einige Athleten um die letzten Plätze. Remo Käser und Matthias Aeschbacher sollten die Kriterien erfüllt haben. Philipp Reusser, Simon Jampen und der diesjährige zweifache Bergkranzer Martin Rolli kämpfen wahrscheinlich um den letzten Platz im Teilnehmerfeld. Daneben konnte sich Jonas Lengacher sämtliche vier mögliche Gauverbandskränze ergattern und verpasste vor allem am Schwarzsee den Bergkranz nur ganz knapp. Im entscheidenden sechsten Gang bodigte der stämmige Oberländer den Nordwestschweizer Eidgenossen Remo Stalder. Das „Resultat“ wurde jedoch nicht gewertet, der Gang endete gestellt und Lengacher verpasste das angestrebte Eichenlaub nur knapp. Für die weiteren Berner Mittelschwinger ohne Aussichten auf eine Kilchberg Selektion wird das Bernisch Kantonale somit das letzte grosse Kräftemessen der aktuellen Saison.

Gästeschwinger angeführt von Mario Thürig
Mario Thürig gilt als stärkster Gästeschwinger im diesjährigen Teilnehmerfeld. Der Aargauer startete gut in die Saison und gewann das Baselstädtische und nur drei Tage später das Solothurner Kantonale. Dort verletzte sich der 29 jährige Holzbau Techniker jedoch am Ellbogen und musste anschliessend längere Zeit verletzungsbedingt pausieren. Mit dem Kranzgewinn auf der Rigi meldete sich der vierfache Eidgenosse eindrücklich zurück. Zum Auftakt wartet mit dem aktuellen Schwingerkönig Matthias Sempach jedoch ein harter Brocken auf den Nordwestschweizer Spitzenschwinger. Mit Reto Nötzli schicken die Innerschweizer der Sieger des diesjährigen Innerschweizerischen ins Rennen. Nötzli gewann zudem am vergangenen Wochenende beim Rangschwinget auf dem Ricken. Neben dem Schwyzer Nötzli wird der Nidwaldner Neu-Eidgenosse Marcel Mathis die Zentralschweizer vertreten. Der quirlige Konterschwinger kam in dieser Saison noch nicht richtig auf Touren und ergatterte erst zwei Kränze. Mathis bewies in Vergangenheit mehrmals, dass er vor allem gegen besser dotierte Schwinger meist überzeugte und immer wieder für grosse Überraschungen sorgen konnte. Mit seiner offensiven Schwingweise wird der gelernte Landwirt die Zuschauer im Jura begeistern und dabei einen der begehrten Kränze anstreben.
Nicht unbedingt für sein Offensivspektakel, sondern eher dank seinen Verteidigungskünsten bekannt, ist einer der beiden Vertreter aus der Nordostschweiz. Der Zürcher Fabian Kindlimann gilt in der Schwingerszene als einer der stärksten Defensivschwinger im Lande.  Daher wurde Kilian Wenger im ersten Durchgang mit dem 23 jährigen Eidgenossen aus Wald ZH wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe der meistgenannten Favoriten zugeteilt. Man darf gespannt sein ob der Schwingerkönig von Frauenfeld mit seinen wuchtigen Kurzzügen die Gegenwehr des zähen Nordostschweizers durchbrechen kann.
Da sollte die Aufgabe für Christian Stucki gegen den zweiten Nordostschweizer Gästeschwinger Urban Götte lösbarer sein. Dem 31 jährige Sennenschwinger aus Stein SG fehlt nur noch der Bernischen Teilverbandskranz in seiner Kranzsammlung. Die anderen vier Teilverbandsauszeichnungen, sowie sämtliche Bergkränze gewann der dreifache Eidgenosse bereits in seiner Karriere. Der Nordwestschweizer Thomas Stüdeli, sowie die beiden Südwestschweizer Michael Matthey und Pascal Piemontesi komplettieren das 140 köpfige Teilnehmerfeld in St. Imier.

Spitzenpaarungen Bernisch Kantonales Schwingfest St. Imier
Sempach Matthias *** – Thürig Mario ***
Wenger Kilian *** – Kindlimann Fabian ***
Stucki Christian *** – Götte Urban ***
Gnägi Florian *** – Nötzli Reto ***
Glarner Matthias *** – Mathis Marcel ***
Anderegg Simon *** – Siegenthaler Matthias ***
Graber Willy *** – Zaugg Thomas ***
Kämpf Bernhard *** – Sempach Thomas ***

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