02.09.14

Kilchberger 2014: Erneute NOS Überraschung?

Kilchberg ZH – Die Nordostschweizer sind mit ihren 16 Schwingern am Start und sind somit das zweitgrösste Kader in Kilchberg. Als Gastgebender Verband des traditionsreichen Kilchberger Schwinget sind sie auch bei dieser Austragung nicht die Top Favoriten für den Festsieg. Allerdings könnte ihr Auftreten als Team für die Favoriten eine gefährliche Hürde werden. Daniel Bösch, Arnold Forrer, Michael Bless und Stefan Burkhalter sind die grössten Hoffnungsträger am Saisonhöhepunkt.
schwingenonline.ch ist in Kilchberg am kommenden Sonntag live vor Ort und berichtet auf der Facebook-Fanpage laufend mit aktuellen Resultaten, Ranglisten und Fotos vom Saisonhöhepunkt.

von Pascal Schönenberger (ps), schwingenonline.ch

Toggenburger an der Front
Mit fünf Kranzfestsiegen ist Daniel Bösch überraschend und sehr dominierend nach seiner Knieverletzung zurück in das Sägemehl gekehrt. Der Unspunnen-Sieger dominierte alle Fester in der Nordostschweiz klar. Somit gehört der gelernte Metzger zum Favoritenkreis am kommenden Sonntag. Einziger fader Beigeschmack ist sein Abschneiden an den Schwingfester, wo er gegen die Schwinger aus den anderen Teilverbänden antreten musste. Daniel Bösch konnte weder am Innerschweizer, noch auf dem Weissenstein und dem Brünig seine dominierende Art aus der Ostschweiz zeigen. So reiste er am Weissenstein ohne Kranz nach Hause und am eigenen Bergfest auf der Schwägalp musste er sich zwei Niederlagen schreiben lassen, welche nicht erwartet wurden. Für den Sirnacher wird es am kommenden Sonntag in Kilchberg nicht einfach werden. Er müsste einen grossen Sprung machen, damit er vorne mitschwingen kann. Gegen die Berner Eidgenossen konnte er in der laufenden Saison keinen Sieg erkämpfen, was für den kommenden Sonntag nicht für ihn spricht. Schaut man jedoch drei Jahre zurück, so war Daniel Bösch der Überraschungsmann am Unspunnen Schwinget 2011. Damals bodigte er unerwartet fünf Eidgenossen und war am Schluss der Sieger des Grossanlasses. Vielleicht gelingt Daniel Bösch diese Leistung nochmals und er könnte sich somit am Abend als Sieger feiern lassen.
Nebst Daniel Bösch ist auch Arnold Forrer ein weiterer Nordostschweizer Spitzenschwinger, welcher an vorderster Front mitkämpfen wird. Der Schwingerkönig von Nyon startet etwas verhalten in seine Saison, konnte sich jedoch immer mehr steigern und stand am Nordwestschweizer Schwingfest im Schlussgang. Auf der Schwägalp wurde er überraschend durch zwei Niederlagen zurückgebunden. Dennoch ist der Käsermeister ein Wettkampftyp und kann seine Leistungen im entscheidenden Moment abrufen. Auch mit seiner neuen Waffe, dem Schlungg, wurde er für diverse Spitzenschwinger unberechenbar. In Kilchberg kann man gespannt sein, ob Arnold Forrer mit dem Schlungg noch weitere Schwinger besiegen wird oder in gewohnter Manier.

Der Älteste ist der Konstanteste
Der 40 jährige Stefan Burkhalter überzeugte in dieser Saison wortwörtlich. Der Thurgauer Spitzenschwinger erkämpfte sich in der laufenden Saison acht Kränze und wurde für diverse Top Schwinger zur Endstation. Somit zeigt auch seine Bilanz an den Fester wo er als Gast im Einsatz stand, seine aktuelle Top Verfassung. An jedem Schwingfest, wo der Landwirt als Gast im Sägemehl stand, war er am Abend der beste Nordostschweizer. Seinen Lauf startete der Turnschwinger am Innerschweizer Schwingfest im ersten Gang, als er den Innerschweizer Andreas Ulrich bodigte. Auch auf der Schwägalp war er der einzige Schwinger, welcher den späteren Festsieger ohne zu zögern mit seinem Spezial Kurz besiegen konnte. Stefan Burkhalter ist somit nicht nur der älteste Schwinger auf dem Platz, er gehört auch mit seiner aktuellen Verfassung zum erweiterten Favoritenkreis in Kilchberg.

Der Teamgedanke spielt mit
Wie auch an den vergangenen Fester mit eidgenössischem Charakter spielt auch in diesem Jahr der Teamgedanke in der NOS Mannschaft eine grosse Rolle. Ohne die Hilfe anderer Verbandskollegen ist ein Sieg momentan nicht realistisch. Darum wird das NOS Team als geschlossene Mannschaft am kommenden Sonntag auftreten.
Der NOS Verband war immer wieder für Überraschungen gut. So marschierten vor drei Jahren am Unspunnen Schwinget in Interlaken die einheimischen Berner als grösste Favoriten auf die Höhenmatte. Nach zwei Gängen sah die Lage bereits anders aus als gedacht. Die Spitzenschwinger bremsten sich gegenseitig aus und die Nordostschweizer überraschten mit dem unerwarteten Sieg von Daniel Bösch. Bei einer Schwingerzahl von 60 Schwingern könnte dies wieder Tatsache werden und ein Überraschungsmann würde das Fest für sich entscheiden.
Michael Bless, Urban Götte, Martin Glaus, Pascal Gurtner und Gerry Süess sind fünf Spitzenschwinger, welche in Kilchberg im Stande sind, in die Rolle der Helfer zu schlüpfen und der Spitze den Weg nach vorne zu öffnen. Ob dies geschehen wird und ob die Nordostschweizer zu den Glücklichen gehören, wird sich am kommenden Sonntag zeigen.

Die Jungen sind am Drücker
Der NOS Verband startet nicht nur mit dem ältesten Schwinger am Traditionsschwingfest, sondern gleich auch mit dem jüngsten Teilnehmer. Das Thurgauer Jungtalent, Samuel Giger ist mit seinen erst 16 Jahren der jüngste Athlet auf der Schwingerliste. Die erste Duftmarke setzte der Zimmermann Lehrling bereits anfangs Saison. Am Rheintal-Oberländischen Verbandsschwingfest bodigte er unter anderem den Routinier Urban Götte, so konnte er sich am Abend als Sieger feiern lassen. Sein Lauf ging am St. Galler Kantonalschwingfest weiter, wo er sich das erste Eichenlaub aufsetzen lassen konnte. Samuel Giger marschierte weiter und konnte sich am Nordostschweizer Schwingfest seinen ersten Teilverbandskranz erkämpfen. Am Schwägalp Schwinget ergänzte der Sennenschwinger seine Sammlung an Kränzen weiter und reiste am Abend mit dem ersten Bergkranz nach Hause. Giger erkämpfte sich somit in seiner ersten Saison bei den Aktiven gleich das ganze Kranzsortiment, welches möglich war. Weiter kämpfte er mit der Spitze ohne Ängste und verblüfte das Publikum immer wieder. Auch mit dem Sieg über den Schwyzer Eidgenossen Christian Schuler machte Giger nochmals klar, dass seine Selektion für das Kilchberger gerechtfertigt ist.
Ein weiterer Rookie im NOS Team ist Armon Orlik. Der Bündner erkämpfte sich in der laufenden Saison sechs Kränze. Darunter gehören wie bei Samuel Giger der erste Teilverbandskranz und der erste Bergkranz. Orlik ist mit seiner offensiven Schwingart kein leichtes Unterfangen für die Spitzenleute. So konnte er am Brünig Schwinget um den Kranz gleich den Zuger Eidgenossen Bruno Müller besiegen. Auf Armon Orlik, sowie auf Samuel Giger ist am kommenden Sonntag ein besonderes Auge zu richten. Man kann gespannt sein, wie sich die jungen Talente mit der absoluten Spitze schlagen werden.

Morgen folgt die Vorschau über den Nordwestschweizer Schwingerverband NWSV

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Ein Kommentar zu “Kilchberger 2014: Erneute NOS Überraschung?”

  • #1 Manuela Burri
    02.09.14, 21:57

    Sälü zäme i würdi sehr gärn aus zueschouerin cho luege am Kirchberg schwinget.
    Wü i schwinge faszinirt u wü i a grosse Kilian Wenger Fän bin.Es würde mich sehr freuen wen ich Bärner unterstüzen könnte.
    Freundliche grüsse aus Schwarzenburg Manuela Burri

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