27.07.16

Vorschau Brünig Schwinget: 100. Kranz für Schwingerkönig Matthias Sempach?

Brünig OW, 27.072016. Traditionell messen sich am letzten Juli Wochenende die stärksten Innerschweizer und Berner in der Naturarena auf dem Brünig. Bei der diesjährigen Austragung figurieren zusätzlich 10 Schwinger aus der Südwestschweiz  im 120 köpfigen Teilnehmerfeld. Ursprünglich waren 25 Eidgenossen gemeldet. Im Vorfeld haben sich bereits mehrere Athleten verletzungsbedingt abgemeldet. Die beiden Innerschweizer Alain Müller und Hansjörg Gloggner gaben zudem den sofortigen Rücktritt vom Schwingsport bekannt.

Somit werden am kommenden Sonntag 16 Eidgenossen auf dem Brünig erwartet. Sämtliche Tribünenplätze sind seit Jahren ausverkauft, Stehplätze sind an der Tageskasse erhältlich. Die Zuschauer werden gebeten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, da die Parkplätze auf der Passhöhe beschränkt sind. Der Wettkampf beginnt ab 8.00 Uhr mit dem Anschwingen, der Schlussgang ist auf 17.00 Uhr angesetzt. Schwingenonline.ch ist auf dem Brünig live vor Ort und berichtet auf der Facebook-Fanpage laufend mit aktuellen Resultaten und Ranglisten.

RENE WILLENER (rw) Schwingenonline
Foto: schaererphotographs.ch

Letzter Ernstkampf der Berner vor dem Eidgenössischen

Vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Estavayer steigt das Berner Team letztmals gemeinsam in den Ring. Die Chancen stehen gut, dass der momentan stärkste Teilverband erneut den Festsieg unter sich ausmacht.

Zwar fehlen mit Christian Stucki, Florian Gnägi, Simon Anderegg, Matthias Siegenthaler, Willy Graber und Beat Wampfler nicht weniger als sechs aktive Eidgenossen und dazu muss auch noch der zweifache Kranzfestsieger 2016, Remo Käser verletzt passen. Mit Matthias Sempach, Kilian Wenger und Bernhard Kämpf stehen dennoch drei Berner im Einsatz, welche in der Vergangenheit bereits auf dem Brünig reüssieren konnten und auch in diesem Jahr zu den Topfavoriten auf einen neuerlichen Festsieg zählen.

Vor allem auf den Auftritt vom aktuellen Schwingerkönig Matthias Sempach, welcher zuletzt am Bernisch Kantonalen
zwar nicht den besten Tag einzog, zuvor jedoch neben dem Oberaargauischen auch die beiden Bergkranzfeste am Schwarzsee und auf dem Rigi zu seinen Gunsten entschied, dürfen die Zuschauer gespannt sein.

Für den Alchenstorfer, wäre es nach 2011 und 2013 bereits der dritte Sieg auf dem Brünig. Zusätzlich winkt dem 30 jährigen Oberaargauer die Chance auf den 100. Kranzgewinn seiner Karriere. Diese Hürde konnte Matthias Glarner zu Beginn dieser Saison bereits bewältigen, einen Sieg bei seinem Heimfest blieb dem Meiringer bisher jedoch verwehrt. Dass Glarner durchaus auch in der Lage ist vor heimischem Publikum zu triumphieren bewies er vor zwei Wochen mit dem Sieg am Bernisch Kantonalen in Unterbach. Nach diesem Glanzauftritt zählt er nun ebenfalls zu den heissesten Anwärtern auf den Sieg. Hinter diesem Quartett folgen mit den Eidgenossen Thomas Sempach und Thomas Zaugg, sowie Matthias Aeschbacher weitere Schwinger mit dem Potential zum Exploit.

Innerschweizer ebenfalls nicht in Topbesetzung

Während bei den Berner wie erwähnt mehr als ein halbes Duzend Schwinger für den Brünigsieg in Frage kommen, sieht die Ausgangsage für die Innerschweizer deutlich weniger rosig aus.

In dieser Saison vermochte von den absoluten Spitzenschwingern einzig Christian Schuler regelmässig zu überzeugen. Auf dem Weissenstein musste der Schwyzer seinen Wettkampf jedoch vorzeitig beenden. Die Teilnahme für Sonntag ist daher noch nicht sicher.

Daneben schlagen sich mehrere Teamstützen immer wieder mit diversen Verletzungen und Blessuren herum und verpassten dadurch bereits mehrere Wettkämpfe. Durch die Tatsache, dass der Innerschweizerische Teilverband in dieser Saison mit Ausnahme des Schwarzsee Schwinget bei sämtlichen Bergkranzfesten startberechtigt ist, und somit die absoluten Topathleten auf diese fünf Feste verteilt werden (jeder Schwinger kann bei maximal 3 Bergkranzfeste teilnehmen) , können die Innerschweizer auch nie mit der stärksten Delegation antreten.

Dass sich das Szenario vom Rigi Schwinget nicht wieder holt, als das geschlossene Berner Team das dezimierten Kader der Innerschweizer regelrecht überrollte und sich ab dem dritten Durchgang mehrheitlich mit den eigenen Verbandskollegen duellierten, sind am Sonntag vor allem die Schwinger aus der zweiten Garde gefragt. Schwinger wie die Obwaldner Lutz Scheuber, Stefan Gasser, Melk Britschgi, oder Alexander Vonlaufen, die Luzerner Werner und René Suppiger oder der Schwyzer Alex Schuler sind in der Lage die stärksten Berner Trümpfe zu stoppen. Marcel Mathis konnte auf dem Brünig schon manchem Favoriten ein Bein stellen, Philipp Gloggner und die Gebrüder Reto und Bruno Nötzli sind ebenfalls immer für eine Überraschung gut.

Reale Siegeschancen besitzen zudem Joel Wicki, welcher auf dem Weissenstein erst im Schlussgang von Armon Orlik gestoppt wurde,  sowie der Eidgenosse Andreas Ulrich, der sich für den Bergklassiker auf dem Brünig nachgemeldet hat.Einige Fragezeichen stehen hinter der Teilnahme von Philipp Laimbacher und Pirmin Reichmuth. Beide verzichteten zuletzt verletzungsbedingt auf das Innerschweizerische.

Standortbestimmung der Südwestschweizer vor dem Eidgenössischen

Ohne grosse Ambitionen steigen die 10 startberechtigten Südwestschweizer in den Wettkampf. Ein Kranzgewinn auf dem Brünig wäre bereits ein grosser Erfolg für die kleine Delegation. Zudem geht es für diese Schwinger in erster Linie darum, sich im Hinblick auf den bevorstehenden Saisonhöhepunkt in Estavayer, ein letztes Mal ausserhalb des eigenen Teilverbandes mit der Konkurrenz zu messen. Benjamin Gapany, Michael Nydegger, Pascal Piemontesi und Marc Guisolan besitzen das Potential zur Überraschung. Letzterer reihte sich bereits am Schwarzsee unter die Kranzgewinner.

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