08.11.16

Martin Glaus verabschiedet sich

Schänis SG – Nach reiflicher Überlegung hat der 74-fache Kranzschwinger Martin Glaus an seiner letzten GV als Technischer Leiter des Schwingerverbandes Rapperswil auch die Beendigung seiner Laufbahn im Sägemehl bekannt gegeben.

von Willi Giger, Medien Rapperswiler Schwingerverband

Ruhige Worte zum Abschied
Nicht mit einem rauschenden Abschiedsfest, sondern mit ein paar einfachen Worten am Schluss seines letzten Jahresberichtes als Technischer Leiter verabschiedete sich Martin Glaus als Aktiver vom Schwingsport, dem er seit 22 Jahren eng verbunden war. Typisch für ihn, dass er dabei weniger die eigenen – zweifellos grossartigen – Leistungen in den Mittelpunkt stellte, sondern vor allem jenen dankte, die ihn vom Buebeschwinger bis zum Eidgenossen formten und betreuten. So war er als Schwinger und wird es als Mensch auch bleiben: ruhig, freundlich, bescheiden, aber zielstrebig und  beharrlich.
Schon nach Estavayer, bei dem er seinen angestrebten 75. Kranz leider verpasste, und nach seinem nunmehr letzten Fest als Aktiver am Siebner Herbstschwinget wurde über seinen Rücktritt spekuliert, er selbst wollte den Entscheid aber in aller Ruhe treffen. „Das nächste Kantonale bei uns in Rapperswil-Jona hätte mich schon noch gereizt, schliesslich aber gaben mehrere Gründe den Ausschlag“ sagte Glaus. Dabei dürfte sein Alter (er wird am 26. Mai 35jährig), die Knieverletzungen im Frühjahr 2013 und 2015, sowie Rückenprobleme mitten in der Saison 2016, aber auch Beruf und Familie eine entscheidende Rolle gespielt haben. „Motivation, und die grosse Freude am Schwingen sind zwar noch immer vorhanden, die Zeit für einen neuen, sportlichen Lebensabschnitt ist nun aber gekommen“ meint der Familienvater an der Escherstrasse in Schänis.

Mit 19 Jahren schon am „Eidgenössischen“ in Nyon
In seiner Zeit als Buebeschwinger holte der junge Benkner zwar viele Zweige, aber erst am letzten Fest gelang ihm ein Kategoriensieg am Bündner Kantonalen. Nach den beiden ersten Kränzen im Jahre 2000 folgte schon ein Jahr darauf das erste Teilverbandslaub am NOS in Altnau, was die Qualifikation für Nyon bedeutete. Dort verblüffte der damals noch weitgehend unbekannte Kranzer aus dem Linthgebiet mit dem Vordringen bis in den Kranzausstich. Vermutlich angespornt von einer hübschen Zuschauerin aus Mels namens Barbara Müller, die heutige Ehefrau von Martin Glaus!
Pech hatte der immer faire Sennenschwinger dann in Luzern, wo er trotz fünf schönen Siegen den Eidg. Kranz um einen lumpigen Viertelpunkt verfehlte. In Aarau verpasste er am Samstag das Weiterkommen durch eine Niederlage gegen einen gewissen Kilian Wenger! Das grosse Ziel erreichte der Bauernsohn vom Benknerbüchel dann in Frauenfeld 2010 mit dem ersehnten Eidg. Kranz. Zu den fünf Teilnahmen am Eidgenössischen kamen noch drei Einsätze am Kilchberger-, sowie zwei am Unspunnenschwinget hinzu.

Alle Teilverbandskränze gewonnen!
Als einer der wenigen NOS-Schwinger ist Martin Glaus im Besitze aller fünf Teilverbandskränze, wobei er besonders stolz sein darf auf das souverän erkämpfte Laub am Berner Kantonalen 2008 in Ins und den ISV-Kranz 2009 in Baar. Die ebenso schwer zu gewinnenden Bergkränze holte sich der starke Gasterländer auf dem Weissenstein, der Schwägalp, dem Stoos und auf der Rigi. Dazu kamen natürlich alle Kantonalkränze im NOS-Gebiet, sowie ein Baselstädter und ein Schwyzer Kranz. „Noch immer viel Freude habe ich am Kranzfestsieg im Rang 1b 2005 praktisch vor meiner Haustüre in Schänis“, erinnert sich der Forstwart gerne. Seine Wohnung an der Escherstrasse ist denn auch voll bestückt mit schönen Erinnerungspreisen, dazu kamen rund ein Dutzend Lebendpreise, die der mit dem Bauernstand noch immer eng verbundene Forstwart oft nur ungerne am Festort zurück lassen musste.
In diesen erfolgreichen Jahren profitierten dieRapperswiler mit einer starken Mannschaft auch gegenseitig, angeführt von Vorbildern wie Bruno Fäh. So zum Beispiel am eigenen NOS 2006 in Jona, wo sie fünf Kränze im Linthgebiet behalten konnten. „Wir hatten eine tolle Kameradschaft und spornten uns in Training und Wettkampf gegenseitig an“, blickt Glaus gerne auf diese Zeit zurück.

Ein Sieg am Rickenschwinget
Zahlreich sind die Schlussgänge, die Martin Glaus bestreiten durfte. Viele gingen gegen die überragenden Zeitgenossen im eigenen Kanton verloren. Eine besondere Ehre und Freude war dafür der Sieg am Rickenschwinget 2012, wo er jeweils zusammen mit Aktivkameraden und Veteranen im Baukomitee vorbildliche Einsätze leistete.Im weiteren gewann der überall gerne gesehene Sennenschwinger je einmal den Niklausschwinget in Zürich, das Abendschwinget in St.Gallen, sowie zweimal den Hallenschwinget Niederurnen und das Rapperswiler Verbandsfest.

Sein Paradeschwung war der Kurzzug in engen Griffen, hie und da kam auch ein überraschender Schlungg und am Boden beherrschte er vor allem das Bodenrugeli. Als seine schönsten Siege bezeichnet Eidgenosse Glaus jenen über Martin Grab am Innerschweizerischen in Baar, gegen Andreas Ulrich am NOS in Jona, jene gegen Mathias Siegenthaler und Daniel Lüthy am Unspunnenfest 2006, sowie zuletzt über den Berner Gast Simon Anderegg am NOS in Wattwil mit einem phänomenalen Schlungg.

Doppelrolle im Verband
Seit einigen Jahren arbeitet Glaus auch im Vorstand des Schwingerverbandes Rapperswil aktiv und vorbildlich mit als Technischer Leiter. Nun übergab er diesen aufwändigen Job an seinen bisherigen Assistenten Marco Fäh und amtet neu als Mitgliederkassier. Vorstellen kann er sich künftig auch Einsätze als Kampfrichter oder Kursleiter.

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