Durrer: “Auch der Allweg profitiert vom Schwingerboom”
Am 11. September treffen sich 120 Schwinger auf dem Allweg oberhalb von Stans zum traditionellen Allweg-Schwinget. OK-Präsident ist Werner Durrer aus Wolfenschiessen, der früher selber aktiver Schwinger war und deshalb die Szene kennt.
Werner Durrer, der Schwingsport erlebt momentan einen ungeheuren Höhenflug. Auf was führen Sie diese Begeisterungswelle zurück?
Werner Durrer: Sicher sind die Medien nicht ganz unschuldig an dieser Begeisterung. Seit das Fernsehen den Schwingsport entdeckt hat, haben Leute diese Sportart entdeckt, die ihnen bis anhin nicht bekannt war. Kommt hinzu, dass Schwingerkönige wie Jörg Abderhalden und jetzt auch Kilian Wenger den modernen Schwingsport fast in Perfektion verkörpern.
Sie waren selber auch mal Schwinger. Wie hat sich der Schwingsport von damals zu heute verändert?
Werner Durrer: Der Schwingsport ist meiner Meinung nach in den letzten Jahren viel athletischer geworden. Viele Spitzenschwinger stählen heute ihre Muskeln auch mal in einem Fitnessstudio und die Ernährung spielt eine zentrale Rolle. Die Zeiten, wo ein Spitzenschwinger am Morgen eine riesen Portion verdrückt, gehört der Vergangenheit an.
Geblieben ist aber die sprichtwörtliche Gemütlichkeit und die Tatsache, dass Schwingfans ein friedliebendes Völklein ist?
Werner Durrer: Ich hoffe, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird. Diese einmalige Atmosphäre an den Schwingfesten, wo der Bankdirektor neben einem Handwerker sitzt und mitfiebert, hat sicher auch zur Beliebtheit unseres Nationalsports beigetragen und den Schwingsport zu dem gemacht, was er heute ist. Die Schwinger kommen im Gegensatz zu Fussballspielen ohne grosse Sicherheitsvorkehrungen aus. Etwas, was Herr und Frau Schweizer durchaus zu schätzen wissen.
Wie weit hat der Allweg-Schwinget von der Popularität des Schwingsports profitiert?
Werner Durrer: Davon, dass immer mehr den Schwingsport entdecken, profitieren auch kleinere Feste wie der Allweg-Schwinget. Der Jubiläumsanlass 75 Jahre Allweg-Schwinget vor einem Jahr hat uns nicht zuletzt auch dank dem Besuch von Schwingerkönig Kilian Wenger einen grossen Zuschaueraufmarsch beschert. Wir hoffen nun, dass wir diesen Schwung auch für die 76. Austragung mitnehmen können.
Wie viele Schwinger werden in diesem Jahr auf dem Allweg in die Zwilchhosen steigen?
Werner Durrer: Wir erwarten wiederum 120 Schwinger. Neben den Athleten des Innerschweizer Schwingerverbandes erwarten wir Gäste des Berner- und Nordostschweizer Verbandes. Aufgrund der Tatsache, dass unser Fest eine Woche nach dem Unspunnenfest stattfinden wird, kann es durchaus sein, dass wir in diesem Jahr auf dem Allweg den einen oder anderen Revancekampf erleben werden. Auf jeden Fall können wir auch in diesem Jahr den Schwingfans zum Saisonabschluss packende Zweikämpfe in den Sägemehlringen garantieren.
Interview zur Verfügung gestellt.
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